Wirtschaft
Blackberry-Chef Thorsten Heins drückt auf die Tube.
Blackberry-Chef Thorsten Heins drückt auf die Tube.(Foto: imago stock&people)

Der Kampf der Smartphone-Pioniere ums Überleben: Blackberry will sich schnell verkaufen

Blackberry und Nokia waren einst die großen Platzhirsche auf dem Handymarkt. Lang, lang ist's her. Beide haben den Anschluss verpasst. Nokia hat sich deshalb in die Arme von Microsoft gerettet. Die Kanadier wollen es Nokia gleichtun - allein der Käufer fehlt.

Nach der Übernahme des Nokia-Handy-Geschäfts durch Microsoft drückt einem Zeitungsbericht zufolge der angeschlagene Smartphone-Pionier Blackberry bei seinem eigenen Verkauf auf die Tube. Das Geschäft könne bis November über die Bühne gehen, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen.

Ein Sonderkomitee des Direktoriums habe den Kreis potenzieller Bieter eingeschränkt und dränge nun auf einen raschen Abschluss des Verfahrens, hieß es. Erste Gespräche seien bereits geführt worden. Dabei soll es sowohl Interesse an Teilen als auch am ganzen Unternehmen gegeben gegeben haben. Die Interessenten seien noch relativ breit gestreut. Als ein heißer Kandidat wird die chinesische Lenovo gehandelt.

Die Konsolidierung schreitet voran

Eine Garantie, dass eine ernsthafte Offerte abgegeben oder das Blackberry den Deal in der Zeitspanne über die Bühne bringe werde, gebe es allerdings nicht, berichteten Informanten der Zeitung weiter. Der Board mache aber Druck und wolle eine schnelle Lösung. Bei dem kanadischen Unternehmen war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Auch Lenovo-Chef Yang Yuanqing hat sich bislang nicht zu Blackberry geäußert. Kürzlich hatte er zum Thema lediglich gesagt, dass die Konsolidierung in der PC-Branche und Handy-Branche voran schreiten werde. Sollte sich eine Gelegenheit für Lenovo ergeben und ein Deal zu Strategie passen, würde das Unternehmen aber zuschlagen, betonte Yang. Die Chinesen dürften Insidern zufolge nur an Teilen von Blackberry Interesse haben. Bei einem Deal könnten also mehrere Käufer jeweils Teile der Kanadier kaufen.

Ende des finnischen Pioniers Nokia

Blackberry drückt bei seinem Verkauf auf die Tube, nachdem ein potenzieller Käufer, der Softwareriese Microsoft, im Grunde aus dem Rennen ist. Microsoft hatte Anfang der Woche angekündigt, das Handygeschäft von Nokia für sieben Milliarden US-Dollar zu kaufen. Mit dem Deal könnte der Druck auf die Blackberry-Verkäufe steigen, schätzen Analysten. Mit dem Kauf in Finnland wird sich Microsoft die Nummer drei im Smartphone-Markt sichern, heißt es von Analysten bei MKM Partners.

Blackberry hatte Mitte August angekündigt, dass ein Sonderkomitee strategische Alternativen ausloten soll. Neben der Veräußerung kommen dabei auch die Gründung eines Joint Ventures, strategische Partnerschaften oder "andere Transaktionen" in Frage.

Die Kanadier hatten den Smartphonemarkt über weite Teile des vergangenen Jahrzehnts dominiert. Als Geräte mit Touchscreens wie das iPhone zunehmend beliebter wurden, gerieten die Kanadier allerdings massiv ins Hintertreffen. Sowohl der Marktanteil als auch die Bewertung an der Börse brachen dramatisch ein.

Quelle: n-tv.de

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