Wirtschaft
Bodenpersonal checkt am Gate einen Dreamliner der All Nippon Airways.
Bodenpersonal checkt am Gate einen Dreamliner der All Nippon Airways.(Foto: REUTERS)

Feuerlöschanlagen falsch verkabelt: Boeing findet Schuldigen für neue Panne

Defekte Notsender, Batterieprobleme, jetzt falsch montierte Feuerlöscher: Fluggesellschaften, die Dreamliner in der Flotte haben, sind praktisch in Dauer-Alarmbereitschaft. Boeings Kommentar auf die jüngste Panne bei einer japanischen Maschine: Feuer löschen kann man auch anders. Wer Schuld hat, steht schon fest.

Für die jüngste Panne beim Prestigeflugzeug 787 Dreamliner hat Boeing nun den Verantwortlichen ausgemacht. Der Flugzeugbauer führt den falsch montierten Feuerlöscher an Bord dreier Maschinen auf den Zulieferer der Feuerlösch-Behälter zurück. Mitte der Woche musste ein Dreamliner der All Nippon Airways zum Gate zurückkehren, nachdem die Crew ein Warnsignal erhalten hatte. Inspektoren fanden später heraus, dass die Ventile des Feuerlöschers mit den falschen Triebwerken verbunden waren.

Bei All Nippon Airways war der Fehler bei drei Dreamliner-Jets aufgetreten. Daraufhin hatte Boeing alle Betreiber der 787 aufgefordert, Inspektionen an ihren Dreamlinern vorzunehmen. Boeing teilte aber mit, der falsch montierte Feuerlöscher stelle kein Flugsicherheitsrisiko dar, denn diese Feuerlöscher seien nicht die einzigen Möglichkeiten zur Feuerbekämpfung bei den Triebwerken. Das Feuerbekämpfungssystem sei mehrfach redundant aufgebaut. Eine Boeing-Sprecherin fügte hinzu, dass eine Aktivierung des 787-Feuerlöschsystems die Leistung der Triebwerke nicht beeinträchtige.

"Business as usual"

Davon abgesehen seien falsch konfigurierte Komponenten inakzeptabel, und man werde sich umgehend darum kümmern, teilte Boeing mit. "Boeing wird den Standardprozeduren folgen, um zu verstehen, wie es zu den Problemen kommen konnte und sicherzustellen, dass sich dieses nicht wiederholt."

Die US-Fluggesellschaft United Continental hat bei "mindestens einem" ihrer sieben Dreamliner-Jets einen falsch konstruierten Feuerlöscher gefunden, sagte eine mit den Inspektionen vertraute Person. Eine Sprecherin der Airline wollte dies nicht kommentieren.

Der Boeing-Hoffnungsträger Dreamliner ist in den letzten Monaten immer wieder durch Probleme in die Schlagzeilen geraten. Im Juli hatte eine Maschine wohl wegen eines defekten Notsenders auf dem Londoner Flughafen Feuer gefangen. Anfang des Jahres hatten wegen Batterieproblemen Anfang des Jahres alle bereits ausgelieferten Dreamliner für mehrere Monate am Boden bleiben müssen. Boeing musste erst umfangreiche Schutzvorrichtungen einbauen, bevor die Maschinen dann endlich wieder abheben durften.

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Quelle: n-tv.de

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