Wirtschaft
Dienstag, 19. Juli 2011

Auslaufmodell Buchhandlung: Borders schließt die Pforten

Der Siegeszug des Onlinehandels und der Trend zu elektronischen Büchern fordert ein großes Opfer. Die zweitgrößte US-Buchhandelskette Borders scheitert bei ihrer Suche nach einem Käufer und muss endgültig aufgeben. Die verbliebenen 400 Filialen schließen, tausende Mitarbeiter verlieren ihren Job.

(Foto: REUTERS)

Die Suche nach einem rettenden Käufer für die zweitgrößte Buchhandelskette der USA ist gescheitert: Borders macht nun endgültig dicht und damit verlieren voraussichtlich 10.700 Menschen ihren Job. Schon am Freitag könnte der Ausverkauf der verbliebenen 399 Läden beginnen; bis Ende September soll von Borders dann nichts mehr übrig sein. Ein Insolvenzrichter muss den Plan aber noch absegnen.

"Nachdem sich alle Seiten derart angestrengt haben, stimmt uns diese Entwicklung traurig", erklärte Firmenchef Mike Edwards. Bis zuletzt hatte das Unternehmen, das im Februar in die Insolvenz geschlittert war, mit einem möglichen Käufer verhandelt - letztlich erfolglos. Nun sollen spezialisierte Firmen die Abwicklung übernehmen und alles Wertvolle zu Geld machen, um die Gläubiger zu bezahlen.

Sparprogramm erfolglos

Borders hatte bereits Hunderte Filialen dichtgemacht, was Tausende Menschen in die Arbeitslosigkeit getrieben hatte. Doch das Sparprogramm und ein Notkredit brachten am Ende nicht die erhoffte Rettung. Der Umsatz von Borders war deutlich geschrumpft und die Kette hatte tiefrote Zahlen geschrieben.

Borders leidet darunter, dass die Kunden seit der Wirtschaftskrise an Büchern sparen oder lieber im Versand bei Amazon kaufen. Auch der in den USA weit fortgeschrittene Siegeszug der elektronischen Bücher macht Borders zu schaffen. Die Lesegeräte gehen inzwischen zu Preisen von unter 100 Dollar über die Theke, das sind umgerechnet 70 Euro. Auch Apples erfolgreicher Tablet-Computer iPad wird von vielen Menschen zum Bücherlesen genutzt.

Die größte US-Buchhandelskette Barnes & Noble schwächelt ebenfalls und sucht vorsorglich nach einem Käufer. Mittlerweile liegt auch ein Angebot vor. Eine Pleite von Barnes & Noble hätte noch drastischere Auswirkungen: Zum Unternehmen gehören 700 reguläre Filialen plus mehr als 600 sogenannte College Bookstores, die auf Studenten ausgerichtet sind.

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Quelle: n-tv.de

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