Wirtschaft

Sieben Prozent Wachstum: Brasilien boomt

Der Riese Lateinamerikas befindet sich auf der Überholspur. Finanzminister Mantega rechnet in diesem Jahr mit 7,0 Prozent Wachstum. Pessimisten warnen bereits vor einer Überhitzung. Die Zentralbank in Sao Paulo muss möglicherweise schon bald kräftig auf die Inflationsbremse treten.

Noch läuft die Party auf Hochtouren. Der Katenjammer kommt später.
Noch läuft die Party auf Hochtouren. Der Katenjammer kommt später.(Foto: REUTERS)

Brasiliens Wirtschaft wird nach Überzeugung von Finanzminister Guido Mantega in diesem Jahr um 7,0 Prozent wachsen. Das wäre nach seinen Worten das beste Ergebnis seit 24 Jahren. 2009 schrumpfte das Bruttoinlandsproduktes der neuntgrößten Volkswirtschaft krisenbedingt leicht um 0,2 Prozent.

Der Finanzressortchef zeigte sich bei einer Veranstaltung in São Paulo auch für die kommenden Jahre zuversichtlich. Er halte für 2011 und die drei Folgejahre bis 2014 durchschnittlich 5,5 Prozent BIP-Wachstum für realistisch. 2014 richtet Brasilien die Fußballweltmeisterschaft aus.

"Das ist kein punktuelles Resultat, sondern Frucht eines Prozesses", versicherte Mantega mit Blick auf seine Prognose für 2010. "Brasilien hat ein Wachstumsniveau erreicht, das Qualität hat und nachhaltig ist." Pessimisten sehen dagegen für 2011 einen BIP-Anstieg von lediglich noch 4,5 Prozent und damit eine merkliche Abkühlung voraus. "Ich glaube, wir kommen auf 5,5 Prozent", betonte der Politiker.

Leitzinserhöhung gegen Überhitzung möglich

Längst sind es nicht mehr nur die Rohstoffexporte nach China, die das Land antreiben. Der wachsende Wohlstand lässt auch den Binnenkonsum aufblühen. Ökonomen warnen bereits, dass die Zentralbank schon bald kräftig dagegenhalten muss, um die Inflation im Zaum zu halten. Das gilt umso mehr, als die Regierung im Wahljahr wohl kaum zu einer Sparpolitik zu bewegen sein wird.

2011 wird das erste Regierungsjahr des im Oktober zu wählenden Nachfolgers von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva sein. Derzeit befindet sich das Land in der heißen Wahlkampfphase. Am 3. Oktober wird nicht nur ein neuer Präsident, sondern auch das Parlament, ein Großteil des Senates, Gouverneure und Landesparlamente gewählt.

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Quelle: n-tv.de

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