Wirtschaft
Um die brailianische Wirtschaft ist es derzeit nicht gut bestellt.
Um die brailianische Wirtschaft ist es derzeit nicht gut bestellt.(Foto: picture alliance / dpa)

Moody's erwägt Herabstufung: Brasilien droht das Ramschniveau

In der Politik herrscht Chaos und die Wirtschaft verschlechtert sich stetig - Brasilien befindet sich im freien Fall. Nun könnte die Ratingagentur Moody's dafür sorgen, dass die größte Volkswirtschaft Südamerikas endgültig in der Bedeutungslosigkeit versinkt.

Die Ratingagentur Moody's droht Brasilien mit einer Herabstufung auf Ramschniveau. Die Agentur kündigte die Überprüfung der Kreditwürdigkeit an, weil die Konjunktur sich rapide verschlechtere. Zudem trage das - zunächst von einem Gericht ausgesetzte - Amtsenthebungsverfahren gegen Präsidentin Dilma Rousseff zur politischen Unsicherheit in dem Land bei, argumentiert Moddy's.

Im dritten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt Brasiliens um 4,5 Prozent geschrumpft. Die schrumpfende Wirtschaft lässt die Steuereinnahmen kleiner werden, was wiederum das Haushaltsdefizit vergrößert. Moody's-Analyst Samar Maziad sagte, Brasilien zeige deutliche Anzeichen für eine Verschlechterung der Lage, und es gebe keine Aussicht auf Besserung.

Schwellenland im freien Fall

Die Ratingagentur hat nun 30 bis 90 Tage Zeit, um über eine Herabstufung des Landes zu entscheiden. Derzeit hat das Land bei Moody's noch das Rating Baa3. Damit hat die größte Volkswirtschaft Südamerikas noch gerade so eben den Investmentgrade, der das Land als akzeptablen Schuldner auszeichnet. Analysten rechnen nicht damit, dass Brasilien diese Einstufung behalten wird.

Moody's wäre die zweite Ratingagentur, die die Kreditwürdigkeit des Schwellenlandes in den sogenannten Ramschbereich herabstuft. Standard & Poor's (S&P) vollzog diesen Schritt bereits im September. Fitch deutete im Oktober ebenfalls an, Brasilien auf das Niveau zu senken.

Mit der "Ramsch"-Einstufung wird vor spekulativen Investments gewarnt. Je schlechter die konkrete Note in diesem Bereich ist, desto wahrscheinlicher sind Ausfälle. Viele Investoren meiden derartige Anlagen, weil die Risiken zu groß sind. Für die Regierung und Unternehmen in Brasilien hätte dies zur Folge, dass sich dann neue Kredite verteuern, da Geldgeber oft für ein schlechteres Rating einen höheren Risikoaufschlag verlangen.

Quelle: n-tv.de

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