Wirtschaft
Die Autobauer bekommen die Brexit-Auswirkungen zu spüren.
Die Autobauer bekommen die Brexit-Auswirkungen zu spüren.(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 04. Juli 2017

Produktionsrückgang erwartet: Brexit setzt deutschen Autobauern zu

Deutschlands Autobauer leiden laut Branchenverband VDA unter dem Brexit-Votum der Briten. Zudem müssten die Konzerne auf ihrem wichtigsten Markt China ein schwächeres Wachstum einkalkulieren. Auch der Absatz hierzulande schwächelt zuletzt.

Der Brexit-Beschluss der Briten belastet die Autoproduktion in Deutschland. Nach Schätzung des Verbands der Automobilindustrie (VDA) werden dieses Jahr in den deutschen Autowerken 5,6 Millionen Autos vom Band laufen und damit 2 Prozent weniger als im vergangenen Jahr.

Auch der Export dürfte mit 4,3 Millionen Fahrzeugen leicht unter dem Vorjahresniveau bleiben. Hier wirke sich zum einen die Abschwächung des britischen Marktes aus, zum anderen die steigende Auslandsproduktion, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann bei der Halbjahresprognose seines Verbandes in Berlin.

Schwächeres Wachstum müssen die deutschen Hersteller auf ihrem wichtigsten Markt einkalkulieren. In China wird der Automarkt wohl nur um 2 Prozent auf 24,1 Millionen Pkw zulegen und nicht wie zum Jahreswechsel vorhergesagt um 5 Prozent. Im vergangenen Jahr war der Automarkt im Reich der Mitte um 18 Prozent durch die Decke gegangen.

"Markt stabil, aber nicht euphorisch"

Unterdessen ist die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland im Juni zurückgegangen. Mit 327.800 Autos wurden in Deutschland 3 Prozent weniger Autos zugelassen als im Vorjahresmonat, wie der VDA zudem mitteilte. Im gesamten ersten Halbjahr 2017 legten die Zulassungszahlen allerdings um 3 Prozent auf knapp 1,8 Millionen zu. "Der Markt läuft erfreulich stabil, aber nicht euphorisch", meinte Wissmann. Derzeit arbeiten in der deutschen Autoindustrie 812.000 Beschäftigte und damit so viel wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr.

Dem Kraftfahrtbundesamt zufolge ging die Zahl der Neuzulassungen von dieselbetriebenen Autos im ersten Halbjahr um rund 9 Prozent zurück. Benziner legten um knapp 12 Prozent zu. Gleichzeitig verzeichneten Pkw mit alternativen Antriebsarten zwei- bis dreistellige Zuwachsraten.

Die Unternehmensberatung EY erklärte den Rückgang der Verkaufszahlen im Juni auch mit einem Kalendereffekt: Der Juni 2017 hatte wegen Pfingsten zwei Verkaufstage weniger als der Vorjahresmonat. Kalenderbereinigt ergebe sich ein Absatzwachstum von 10 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet EY einen Zuwachs beim Autoabsatz um 3 Prozent auf gut 3,4 Millionen.

Quelle: n-tv.de

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