Wirtschaft
Rudolf Scharping regierte Anfang der in Rheinland-Pfalz.
Rudolf Scharping regierte Anfang der in Rheinland-Pfalz.(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 19. Juli 2016

Hahn-Pleite: Scharping geht KPMG an: "Briefkastenfirma ohne Glaubwürdigkeit"

Der gescheiterte Verkauf des Flughafens Hahn ruft nun sogar den früheren rheinland-pfälzischen Regierungschef Scharping auf den Plan. Der SPD-Politiker lässt dabei kein gutes Haar an der Beratungsfirma KPMG.

Nach dem gescheiterten Verkauf des Flughafens Hahn erhebt der frühere rheinland-pfälzische Regierungschef Rudolf Scharping schwere Vorwürfe gegen die Beratungsfirma KPMG. "Nur ein wenig tieferes Bohren in zugänglichen chinesischen Quellen hätte zu einer knallroten Ampel führen müssen", schreibt der SPD-Politiker in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt". KMPG hatte den Verkauf an den chinesischen Investor SYT begleitet.

SYT werde im frei zugänglichen chinesischen "Credit Report" als eine "Briefkastenfirma ohne Glaubwürdigkeit und Kreditwürdigkeit" beurteilt, schreibt Scharping. Es sei "kein Hexenwerk", in China an Informationen über Geschäftspartner zu kommen.

SYT sollte eigentlich den Anteil des Landes Rheinland-Pfalz am Flughafen Hahn kaufen und 82,5 Prozent an dem Airport übernehmen. Nach Ausbleiben einer vereinbarten Zahlung platzte das Geschäft. In der vergangenen Woche überstand die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Mainzer Landtag einen Misstrauensantrag der Opposition wegen des gescheiterten Flughafenverkaufs.

Dreyer sagte dem "Handelsblatt", es werde "weiterhin alles" daran gesetzt, "den Verkaufsprozess auch mit neuen Bietern zu einem guten Ende zu führen". Sie habe stets betont, dass es sich um ein "schwieriges Projekt" handle. Das rheinland-pfälzische Innenministerium teilte der Zeitung mit, es würden mögliche Haftungsansprüche gegen KPMG wegen des geplatzten Verkaufs an SYT geprüft.

Quelle: n-tv.de

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