Sonntag, 30. Mai 2010
Zurück in die Rezession?: Briten befürchten "Double Dip"
Zwei Jahre nach Beginn der Wirtschaftskrise werden Befürchtungen laut, Großbritannien könnte mitten in der Erholung in die Rezession zurückkippen. Damit würden sich die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten.BCC-Ökonom David Kern sprach 2008 von einer "grimmigen" Perspektive, "die Korrekturperiode wird länger dauern und dürfte hässlicher werden als bisher angenommen". Die Aussage hat immer noch Bestand. Denn nach Einschätzung der britischen Handelskammer BCC könnte Großbritannien - in der allgemeinen europäischen Gemengelage - wieder in die Rezession zurückfallen.
"Die Erholung ist weiterhin schwach und es wäre nicht weise, die Gefahr eines 'Double Dip' zu missachten", stellt David Kern zwei Jahre später fest. Die Krise in der Euro-Zone und die Unruhen an den internationalen Finanzmärkten drohten, die britischen Wachstumsaussichten zu schwächen. Deswegen sollten weitere Sparmaßnahmen - über die bereits beschlossene Sparrunde von rund sechs Mrd. Pfund hinaus - erst eingeführt werden, wenn die Erholung sicherer sei.
Jobkrise erreicht 2011 den Gipfel
Die BCC erhöhte ihre Erwartungen an die Steigerung der britischen Wirtschaftsleistung in diesem Jahr auf 1,3 Prozent von zuvor 1,0 Prozent. Fürs kommende Jahr stellt die Handelskammer allerdings nur noch ein Wachstum der Wirtschaft von 2,0 Prozent anstelle der bisher prognostizierten 2,1 Prozent in Aussicht. Die Arbeitslosigkeit werde im ersten Quartal 2011 mit 2,65 Mio. Menschen ohne Job ihren Höhepunkt erreichen.
Die britische Wirtschaft erholt sich derzeit von ihrem tiefsten Abschwung seit dem Zweiten Weltkrieg. Entscheidungsträger gehen davon aus, dass es Jahre dauert, bis die Wirtschaft wieder auf das Niveau wie vor der Rezession zurückkehrt.
ddi/rts
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