Wirtschaft
"Ich habe einige Elefanten verfolgt": Warren Buffett (Archivbild).
"Ich habe einige Elefanten verfolgt": Warren Buffett (Archivbild).(Foto: AP/dpa)

"Wir haben haufenweise Bares": Buffett geht auf Firmenjagd

Mit großspurigen Worten versetzt Multimilliardär Warren Buffett Analysten und Anleger in helle Aufregung. In der Pose des Großwildjägers deutet er per Aktionärsbrief neue Milliardengeschäfte an. Die Rede ist von "Safari-Klamotten" und der "Suche nach Elefanten".

Trotz des angekündigten Kaufs des Ketchup-Königs Heinz ist der Übernahmehunger von Starinvestor Warren Buffett noch längst nicht gestillt. Zwar hätten die 12 Mrd. Dollar, die seine Investmentholding Berkshire Hathaway in den Kauf stecke, einen guten Teil der Gewinne aus dem vergangenen Jahren aufgezehrt, schrieb Buffett in seinem alljährlichen Aktionärsbrief. "Aber wir haben noch haufenweise Bares und generieren in schnellem Tempo noch mehr davon. Also heißt es zurück ans Werk."

"Charlie und ich haben erneut unsere Safari-Klamotten angezogen und unsere Suche nach Elefanten wieder aufgenommen", griff Buffett ein Bild aus dem Jahr 2011 wieder auf, als er gedichtet hatte: "Unser Elefantentöter ist nachgeladen und mein Finger am Abzug juckt." Die markigen Worte dürften Berkshire-Aktionäre nicht überraschen. Sie sind solche, an die Welt von Ernest Hemingway erinnernden Metaphern aus der mittlerweile international weitgehend geächteten Großwildjagd längst gewohnt.

Bereits vor zwei Jahren hatte Buffett davon gesprochen, dass er sein "Elefantengewehr durchgeladen" habe. Kurz darauf wurde bekannt, dass der zu Buffett gehörende Flugzeugvermieter NetJets bei dem kanadischen Industriekonzern Bombardier Businessjets im Wert von mehr als 6,7 Mrd. Dollar bestellt hatte. Für Bombardier war das der bislang größte Geschäftsflugzeugauftrag der Unternehmensgeschichte.

"Freund und klasse Manager"

Doch selbst für einen erfahrenen Mann wie Buffett müden nicht alle hemdsärmelig angekündigten Milliardeninvestments im Erfolg: Erst jüngst hatten Buffett und sein Kompagnon Charlie Munger Fehlgriffe eingeräumt. "Ich habe einige Elefanten verfolgt, bin aber mit leeren Händen zurückgekehrt", hatte der Multimilliardär eingestanden. "Wie dem auch sei, das Blatt hat sich Anfang dieses Jahres gewendet." Diesen letzten Satz mussten Anlageexperten als Hinweis auf den Heinz-Deal verstehen.

Bei der Übernahme hatte sich Buffett mit dem Finanzinvestor 3G Capital verbündet, der vom brasilianischen Geschäftsmann Jorge Paulo Lemann kontrolliert wird. "Wir könnten uns keine bessere Gesellschaft wünschen", schrieb Buffett nun an die Berkshire-Aktionäre. "Jorge Paul ist ein langjähriger Freund von mir und ein klasse Manager."

Die Partner legen für das Ketchup-Geschäft zusammengenommen 23 Mrd. Dollar auf den Tisch. Einen üblen Beigeschmack bekam die Übernahme jedoch wegen des Verdachts auf Insiderhandel. Die US-Börsenaufsicht SEC und die Bundespolizei FBI ermitteln. Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Weitere Übernahmen abgesehen von Heinz könnte sich Buffett in der Tat locker leisten: Im Schlussquartal verdiente seine Investmentfirma Berkshire Hathaway vor allem dank der berühmt-berüchtigen Finanzwetten des Starinvestors anderthalb Mal soviel wie im Vorjahreszeitraum.

Auch die rund 80 direkten Tochtergesellschaften konnten ihren Gewinn leicht steigern. Buffett zeigte sich insbesondere mit dem Autoversicherer Geico zufrieden. Unterm Strich blieben 4,6 Mrd. Dollar (3,5 Mrd. Euro) übrig. Im Gesamtjahr sah es ähnlich aus: Der Gewinn stieg hier auf 14,8 Mrd. Dollar.

Quelle: n-tv.de

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