Wirtschaft

Nach ergebnislosen Verhandlungen: Burger-King-Franchiser ist insolvent

Der Burger-King-Franchisenehmer Yi-Ko Holding steht vor dem Aus. Das Unternehmen reicht einen Insolvenzantrag ein. Zuvor scheiterten Verhandlungen mit Burger King. Yi-Ko war nach einem Hygiene-Skandal in die Negativ-Schlagzeilen geraten.

Nicht mehr als eine einfache Aufschrift am Briefkasten eines Privathauses in Stade deutet auf den Firmensitz des Franchisenehmers Yi-Ko hin.
Nicht mehr als eine einfache Aufschrift am Briefkasten eines Privathauses in Stade deutet auf den Firmensitz des Franchisenehmers Yi-Ko hin.(Foto: dpa)

Der ehemals größte Betreiber von Burger-King-Restaurants in Deutschland ist pleite. Die Yi-Ko Holding habe beim Amtsgericht in Stade Insolvenz angemeldet, erklärte ihre Anwaltskanzlei Graf von Westphalen. Zuvor waren die Verhandlungen zwischen Burger King und dem Franchisenehmer über einen Weiterbetrieb der 89 Restaurants mit ihren 3000 Mitarbeitern gescheitert.

Dem Burgerbrater war es nach eigenen Angaben zu riskant, sich noch einmal auf den ehemaligen Partner einzulassen, dem man vor drei Wochen die fristlose Kündigung geschickt hatte. "Vor allem war es in der Kürze der Zeit und mangels ausreichender Informationen nicht möglich, die potenziellen Risiken in der ehemaligen Yi-Ko abzuschätzen", hieß es in einer Mitteilung von Burger King.

Anfang der Woche hatte sich Yi-Ko noch Hoffnungen gemacht, schnell wieder mit Burger King ins Geschäft zu kommen. Der von Burger King für die Missstände verantwortlich gemachte Miteigentümer Ergün Yildiz hatte seine Beteiligung an Yi-Ko an seinen Partner Alexander Kolobow abgetreten. Ein Prozesstermin war wegen der laufenden Verhandlungen zwischen Burger King und Yi-Ko abgesagt worden.

"Wir haben bis zuletzt intensiv verhandelt", erklärte die Kanzlei. Kolobow sei Burger King "in allen arbeitsrechtlichen Themen einschließlich der Tarifbindung für alle Restaurants entgegengekommen und (sei) zu erheblichen Investitionen bereit gewesen". Yi-Ko hoffe, dass die Fast-Food-Filialen wieder beliefert würden, sobald ein Insolvenzverwalter dort das Ruder übernommen habe.

Suche nach anderen Investoren

Derzeit ist jede achte der fast 700 Burger-King-Filialen in Deutschland geschlossen. Daher hat auch die Deutschland-Tochter des US-Konzerns selbst ein Interesse an einer raschen Lösung. Sie setzt nun aber offenbar auf andere Investoren: "Wir werden weiter versuchen, eine Lösung für die Wiedereröffnung der Restaurants und eine Sicherung der Arbeitsplätze zu finden", hieß es in einer Mitteilung.

Auch nach dem von der Fast-Food-Kette erzwungenen Rückzug von Yildiz aus dem operativen Geschäft waren die Probleme mit Yi-Ko laut Burger King nicht abgerissen. Die Fast-Food-Kette wirft dem Franchisenehmer Verstöße gegen das Arbeitsrecht im Umgang mit Mitarbeitern und der Besetzung von Schichten vor. Auch die vom Fernsehsender RTL aufgedeckten Hygienemängel in den Restaurants seien nie ganz abgestellt worden. Yildiz hatte bei Yi-Ko einen harten Sparkurs gefahren, nachdem Burger King seiner Firma die bisher vom Konzern selbst betriebenen Lokale verkauft hatte.

Quelle: n-tv.de

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