Wirtschaft
Liegt die Zukunft von Manz in China?
Liegt die Zukunft von Manz in China?

Kurssprung macht Lust auf mehr: China beflügelt Anlegerfantasie bei Manz

Im Dezember fliegt der Maschinenbauer Manz aus dem TecDax. Der Aktienkurs hat sich binnen eines Jahres halbiert, auch wegen roter Zahlen und Problemen in China. Nun keimt wieder Hoffnung bei den Aktionären - eben wegen China.

Die Aussicht auf finanzielle Hilfe durch den chinesischen Maschinenbauer Shanghai Electric hat den Aktien des Spezialmaschinenbauers Manz zum Wochenstart deutlich Schwung verliehen. Die Aktien des kriselnden Unternehmens schossen in der Spitze 16,2 Prozent auf 43,41 Euro in die Höhe - gegen den allgemeinen Markttrend. Manz, die im Dezember aus dem TecDax abgestiegen sind, waren damit so teuer wie seit fast drei Monaten nicht mehr. Vor einem Jahr kosteten die Papiere noch mehr als 70 Euro.

Der Maschinenbauer Shanghai Electric will über eine Kapitalerhöhung durch Bareinlagen einsteigen und rund ein Drittel an dem Unternehmen erwerben. Allerdings ist noch unklar, ob es in diesem Zusammenhang auch zu einem Übernahmeangebot kommen wird. Ein solches muss nur bei mindestens 30 Prozent erfolgen. Laut Manz seien zunächst bis zu 29,9 Prozent angedacht. Dem Unternehmen, das an der Börse mit gut 200 Millionen Euro bewertet wird, flössen bis zu 93 Millionen Euro zu. Den übrigen Manz-Aktionären winkt über kurz oder lang ein Übernahmeangebot für ihre Anteile.

Raus aus roten Zahlen

Wegen Auftragsverschiebungen vor allem in China schrieb Manz 2015 rote Zahlen, beinahe jede zehnte Stelle wird gestrichen. Haupteinnahmequellen des Unternehmens sind Anlagen zur Produktion von Displays für Tablet-PCs, Smartphones und Notebooks. Große Hoffnungen setzt Manz auf das noch junge Batterie-Geschäft, in dem der Spezialmaschinenbauer von der steigenden Nachfrage nach Elektroautos profitieren will.

Die Aussicht auf einen neuen Großaktionär sei sehr positiv, urteilten die Analysten von MM Warburg in einem Kommentar. Damit dürfte das Unternehmen eine attraktive Lösung für sein bislang nicht so erfolgreiches Geschäft mit Dünnschicht-Solarmodulen (CIGS) gefunden haben. Manz passt als Anlagenbauer und Solar-Unternehmen genau in das Suchschema chinesischer Unternehmen, die es mit Übernahmen auf deutsche Technologie abgesehen haben.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen