Wirtschaft
Eine chinesische Nationalflagge weht vor dem Gebäude der Notenbank in Peking.
Eine chinesische Nationalflagge weht vor dem Gebäude der Notenbank in Peking.(Foto: REUTERS)

Regierungsziel wird wohl verfehlt: China dämpft Wachstumserwartungen

Zum ersten Mal seit 1999 wird die chinesische Volkswirtschaft ihr verordnetes Wachstumsziel wohl nicht erreichen. Das liegt zum einen an der schwachen Weltwirtschaft, zum anderen am Reformkurs der Regierung, den sie teuer bezahlen muss.

Für das laufende Jahr dürfte sich die staatliche Vorgabe von 7,5 Prozent Wachstum für die chinesische Volkswirtschaft als zu ehrgeizig erweisen: Erstmals seit 1999 wird das Regierungsziel voraussichtlich knapp verfehlt. Eine heute beginnende Wirtschafts- und Reformkonferenz dürfte nach Ansicht der Berater die Konsequenzen daraus ziehen und den neuen Kurs abstecken.

Präsident Xi Jinping hat bereits betont, dass er die Wirtschaft nach Jahren des Booms umbauen will: Er setzt dabei auf eine Stärkung des Binnenkonsums und will Ausfuhren und Einfuhren ausgewogener gestalten. Dies bedeutet nach Ansicht der Regierungsberater allerdings auch einen Abschied von den hohen Wachstumsraten der Vergangenheit, die über Jahre zweistellig waren.

Wenn das im kommunistischen Fachjargon als Zentrale Wirtschaftsarbeitskonferenz (CEWC) bekannte Planungstreffen beendet sein wird, dürfte zunächst nichts über die neuen Beschlüsse nach außen dringen. Dies ist traditionell erst zur Eröffnung der Parlamentssitzung im März zu erwarten.

Zehn Millionen neue Jobs empfohlen

Allerdings hatte der Staatschef jüngst mit der Äußerung aufhorchen lassen, dass China auch mit einem Wachstum von sieben Prozent in der Welt wirtschaftlich spitze sein würde. "Damit hat er schon auf das Wachstumsziel angespielt", meint ein Regierungsberater von der Chinese Academy of Social Sciences (CASS).

Ein niedrigeres Ziel als sieben Prozent dürfe sich die CEWC allerdings nicht stecken, mahnt der Berater. Andernfalls könne es zu Beschäftigungsproblemen in dem Riesenreich mit seinem Milliardenvolk kommen. Der einflussreiche Ökonom und Regierungsberater Zhu Baoliang empfiehlt der Führung, eine Zahl von "zehn Millionen neuen Jobs" anzustreben.

Chinas Exporteuren macht die globale Konjunkturflaute zu schaffen. Zudem leidet die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt unter einer schwächelnden Binnennachfrage und einem abkühlenden Immobilienmarkt. Um gegenzusteuern, hatte die Zentralbank kürzlich überraschend zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren den Leitzins gesenkt.  

Quelle: n-tv.de

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