Wirtschaft

Index massiv gefallen: China hat nun auch Dienstleistungsproblem

Chinas Wirtschaft wartet derzeit mit einer Kette schlechter Nachrichten. Nun kommt ein weiteres Glied dazu: Nun schwächelt auch der bis dahin ordentlich laufende Dienstleistungssektor.

Blick über den Fluss Songhua auf die Stadt Jilin.
Blick über den Fluss Songhua auf die Stadt Jilin.(Foto: REUTERS)

Die schlechten Nachrichten für die chinesische Wirtschaft reißen nicht ab. Die Aktivität auf dem chinesischen Dienstleistungssektor ist im Januar auf das schwächste Niveau seit sechs Monaten abgerutscht. Der von HSBC ermittelte Einkaufsmanagerindex sank auf 51,8 Punkte. Damit ist er zwar noch auf Wachstumskurs, jedoch bedeutend schwächer als im Dezember mit 53,4 Punkten.

Damit zeigt sich, dass die Schwäche im Produktionssektor auch den Dienstleistungsbereich belastet. Ein Stand oberhalb von 50 deutet auf eine Expansion hin, während ein Wert darunter ein Schrumpfen signalisiert.

Einige Ökonomen werten die Daten als neues Zeichen, dass die Regierung die Wirtschaft weiter stützen muss - sei es mit mehr Staatsausgaben oder mit einer geldpolitischen Lockerung.
"Der Sektor hätte sich vor dem chinesischen Neujahrsfest verbessern müssen, wenn die Menschen üblicherweise viel einkaufen und sich auf die Feiertage vorbereiten", sagte Ökonom Lu Zhengwei von der Industrial Bank. Das chinesische Neujahrsfest, das wichtigste Fest im chinesischen Kalender, beginnt in diesem Jahr am 18. Februar.

"Die Zahlen könnten eine breite ökonomische Abschwächung signalisieren, da der Dienstleistungssektor als Lichtblick galt", sagte Lu. Dienstleistungen tragen 48 Prozent zum chinesischen Bruttoinlandsprodukt bei.

Die chinesische Wirtschaft wuchs 2014 noch um 7,4 Prozent, das war das langsamste Wachstum seit 24 Jahren. Der schwache Immobilienmarkt, die nachlassende Inlandsnachfrage und die langsame globale Erholung waren die Gründe. Es wird erwartet, dass die Regierung ihr Wachstumsziel für dieses Jahr auf rund 7 Prozent absenkt.

Unterstützung von Großprojekten

China stützt seine Wirtschaft bislang mit gezielten Staatsausgaben, insbesondere für den Bau von Eisenbahnen und U-Bahnen. Im November wurden erstmals seit mehr als zwei Jahren die Leitzinsen gesenkt, um die Kreditkosten für Unternehmen zu senken. Zudem wurde kurzfristige Liquidität ins Bankensystem gepumpt, um den Banken die Kreditvergabe zu erleichtern.

Für den Produktionssektor fielen die Ergebnisse im Januar deutlich schlechter aus. Sowohl der HSBC-Index als auch der offizielle Index lagen unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Quelle: n-tv.de

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