Wirtschaft

Hilfe für die Euro-Zone: China kauft Griechen-Bonds

China bietet dem finanziell angeschlagenen Griechenland faktisch eine Geldspritze aus seinen gigantischen Währungsreserven an. Ministerpräsident Wen Jiabao betont zu Beginn eines zweitägigen Besuches in Athen, sein Land habe bereits griechische Staatsanleihen gekauft und neige auch dazu, dies auch in Zukunft zu tun.

Papandreaou bekommt mit Wen eine helfende Hand aus dem Osten.
Papandreaou bekommt mit Wen eine helfende Hand aus dem Osten.(Foto: picture alliance / dpa)

China will dem wirtschaftlich schwer angeschlagenen Griechenland unter die Arme greifen. Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao und sein griechischer Kollege Giorgos Papandreou unterzeichneten am Vortag im Athen zwei Rahmenabkommen über den Ausbau chinesischer Investitionen und über einen häufigeren kulturellen Austausch beider Länder.

Wen kündigte bei seinem Besuch in Athen zudem die Einrichtung eines Hilfsfonds in Höhe von fünf Mrd. US-Dollar (gut 3,6 Mrd. Euro) für die griechische Handelsmarine an. Damit sollen griechische Reedereien chinesische Schiffe kaufen können. Außerdem erklärte er zu Beginn eines zweitägigen Besuches in Athen, sein Land habe bereits griechische Staatsanleihen gekauft und neige dazu, dies auch in Zukunft zu tun, sobald Griechenland Kredite am Finanzmarkt aufnehmen wolle.

"China wird große Anstrengungen unternehmen, um die Länder der Euro-Zone zu unterstützen und Griechenland ein Überwinden der Krise zu ermöglichen", kündigte Wen an.

Griechenland hat sich zuletzt am Kapitalmarkt lediglich sehr kurzfristig mit Geld versorgt. Langfristige Anleihen will die Regierung erst wieder im Laufe des kommenden Jahres auflegen. Das Rettungspaket über 110 Mrd. Euro von EU und dem Internationalen Währungsfonds würde es dem Land jedoch auch erlauben, damit noch bis 2012 zu warten.

Investitionen zur Stärkung Europas

Beide Länder unterzeichneten zudem ein Rahmenabkommen für künftige Investitionen. Griechische und chinesische Unternehmen vereinbarten anlässlich des Besuchs gemeinsame Projekte in der Schifffahrt, Telekommunikation, im Tourismus und der Baubranche. China hat vor allem Interessen im Transportwesen, an Handelsrouten nach Europa und in den Balkan sowie am Import griechischer Produkte wie Oliven und Marmor.

Das Investitionsabkommen sieht unter anderem den Bau von sechs Schiffen für griechische Reedereien vor, darunter zwei Frachter im Wert von 111 Mio. US-Dollar (etwa 80,5 Mio. Euro) und 84,5 Mio. US-Dollar sowie ein Tanker im Wert von 75 Mio. US-Dollar. Ein zweites Abkommen sieht einen verstärkten kulturellen Austausch beider Länder zwischen 2011 und 2013 vor.

Wen ist noch bis Montag in Griechenland unterwegs. Seine Europareise führt ihn anschließend nach Belgien, Italien und in die Türkei.

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Quelle: n-tv.de

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