Wirtschaft
Der Containerhafen im chinesischen Tsingtao.
Der Containerhafen im chinesischen Tsingtao.(Foto: REUTERS)

Flaute bei den Ausfuhren: Chinas Exportmotor stottert

Die chinesischen Ausfuhren gehen überraschend zurück. Das kann auf ein schwächeres Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft hindeuten. Doch die Staatsführung gibt sich gelassen.

Chinas Exporte sind im September überraschend eingebrochen. Die Ausfuhren der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt gingen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,3 Prozent zurück, wie die Zollbehörde berichtete. Im August hatten die Exporte noch um 7,2 Prozent zugelegt. Analysten hatten für September eigentlich ein Plus von rund 5,5 Prozent erwartet.

Die neuesten Daten für den Außenhandel befeuern wieder Sorgen um das weitere Wirtschaftswachstum des Welt-Konjunkturtreibers China. Dabei hatten in den vergangenen Wochen einige Konjunkturindikatoren nach oben gezeigt. Deshalb wollen Volkswirte in dem Rückgang der Exporte noch keinen längerfristigen Trend erkennen. Es sei vorerst nur ein Monat mit einer Exportschwäche, hieß es zur Begründung.

Zudem ist die Nachfrage nach Importgütern deutlicher als gedacht gestiegen. Das wird als Indikator gesehen, dass die Inlandsnachfrage insgesamt stark ist und eine Stütze der chinesischen Konjunktur bleibt. Die Einfuhren kletterten um 7,4 nach 7 Prozent im Vormonat.

Chinas Staatsführung verbreitete Zuversicht. Die Wachstumsrate werde in diesem Jahr sogar über dem Regierungsziel von 7,5 Prozent liegen, sagte der Vizechef von Chinas Notenbank, Yi Gang. Langfristig müsse sich China auf Wachstumsraten um 7 Prozent einstellen.

Zuvor hatte bereits Ministerpräsident Li Keqiang vor einer stabilen Wirtschaftsentwicklung gesprochen. Am kommenden Freitag sollen die Konjunkturdaten für das dritte Quartal veröffentlicht werden. Chinas Wirtschaft war im vergangenen Jahr um 7,7 Prozent gewachsen – und damit so langsam wie seit 1999 nicht mehr.

Langfristig möchte China wirtschaftlich nicht mehr so stark auf Export angewiesen sein. Dazu sind jedoch noch weitrechende Reformen nötig, analysierte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung. "Chinas Wirtschaft hängt zu stark von den Ausfuhren und damit von der Lage anderer Länder ab." Das sei ein Grund für die geringeren Wachstumszahlen. "Infolge einer extrem lockeren Kreditvergabe der Staatsbanken ist zudem viel Geld in unprofitable Bereiche und staatliche Firmen geflossen", schrieben die Ökonomen.

Quelle: n-tv.de

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