Wirtschaft
Auch Vize-Finanzminister Zhu Guangyao kann nur grob schätzen, wie hoch die Kommunen verschuldet sind.
Auch Vize-Finanzminister Zhu Guangyao kann nur grob schätzen, wie hoch die Kommunen verschuldet sind.(Foto: picture alliance / dpa)

Rätselraten über Schuldenstand: Chinas Kommunen tricksen Finanzminister aus

Dass Chinas Kommunen bei ihren Schulden schummeln, vermuten westliche Banken schon lange. Offenbar ist an dem Verdacht etwas dran: Selbst der chinesische Finanzminister weiß nicht mehr, wieviel Schulden Chinas Städte angehäuft haben. Kein Wunder: Die Kommunen finanzieren sich über Schattenbanken und Milliarden fließen in dubiose Immobilienspekulation.

Die chinesischen Kommunen sind nach Einschätzung der Regierung in Peking möglicherweise höher verschuldet als bisher angenommen. Die Regierung wisse nicht genau Bescheid, wie viele Schulden die örtlichen Verwaltungen angehäuft hätten, sagte Vize-Finanzminister Zhu Guangyao. Seit 2010 seien keine neuen Zahlen veröffentlicht worden; damals lag die Verschuldung der Kommunen bei 10,7 Billionen Yuan (rund 1,35 Billionen Euro nach heutigem Umrechnungskurs). "Wenn man sich die gegenwärtigen landesweiten Umfragen ansieht, denke ich, dass diese Zahl steigt", sagte Zhu.

Zugleich verteidigte Zhu die Kreditaufnahme durch die Kommunen, weil damit Infrastrukturprojekte finanziert würden. Chinesische Haushaltsgesetze verbieten es den Kommunen eigentlich, direkt Kredite aufzunehmen. Die örtlichen Behörden bedienen sich daher spezieller Konstruktionen. Zuletzt stiegen die Sorgen, dass viele dieser Kredite faul werden könnten. Viele Kommunen haben zudem zu hohen Zinsen Geld aufgenommen, um damit am Immobilienmarkt zu spekulieren.

Die Schätzungen zur Verschuldung der Kommunen schwanken stark. Die Bank Standard Chartered rechnet mit einem Verschuldungsgrad von 15 Prozent der Wirtschaftsleistung, Credit Suisse geht von 36 Prozent aus. Die Ratingagentur Fitch nannte eine Zahl von 25 Prozent, als sie die Kreditwürdigkeit Chinas im April herabstufte.

Video

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen