Wirtschaft
Wer während des Streiks auf Zack ist, kann noch einen Zug erwischen.
Wer während des Streiks auf Zack ist, kann noch einen Zug erwischen.(Foto: REUTERS)

Notangebot während des Streiks: DB: Ein Drittel der Züge fährt

Die Lokführer streiken schon wieder, doch nun reagiert die Bahn. Sie macht den Bahnreisenden ein wenig Hoffnung: Mindestens ein Drittel des normalen Angebots soll aufrecht gehalten werden.

Die Deutsche Bahn will während des Rekordstreiks der Lokführergewerkschaft GDL versuchen, wieder mindestens ein Drittel des normalen Angebotes aufrechtzuerhalten. Ab Donnerstag müssten sich Millionen Reisende auf massive Beeinträchtigungen einstellen, erklärte das Staatsunternehmen. Vorstandsmitglied Ulrich Weber kritisierte die GDL zudem scharf. Die Gewerkschaft hatte zuvor angekündigt, im Personenverkehr von Donnerstag- bis Montagfrüh zu streiken.

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"Dieser Streikaufruf macht nur noch sprachlos und ist reine Schikane", sagte Weber. Während sich die Menschen darauf freuten, am Sonntag den 25. Jahrestag des Mauerfalls zu feiern, wolle die GDL mit dem längsten Streik in der Geschichte der Bahn das öffentliche Leben lahmlegen, kritisierte der Manager. Die GDL solle den Streikaufruf unverzüglich zurücknehmen.

Ab Dienstagabend um 19 Uhr können Fahrgäste nach Angaben der Bahn den Ersatzfahrplan für den Fernverkehr am Donnerstag einsehen. Informationen dazu gibt es im Internet unter www.bahn.de/aktuell und unter der Servicenummer 08000- 996633. Ab Mittwoch sei ab 18 Uhr der Ersatzfahrplan für Freitag abrufbar. Dasselbe gelte für die weiteren Streiktage.

Busunternehmer freuen sich

Die Busunternehmer reagierten erfreut auf die Streik-Ankündigung. Sie bereiteten sich auf einen Ansturm der Reisenden vor, wie der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer mitteilte. Einzelne Fernbus-Betreiber kündigten schon zusätzliche Fahrten an.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) begründete die Aktion mit der Weigerung der Bahn, über einen eigenständigen Tarifvertrag auch für Berufsgruppen zu verhandeln, die nicht Lokführer sind. Ein Einigungsversuch beider Seiten war am Sonntag gescheitert. Dabei ging es um Spielregeln für die künftige Zusammenarbeit zwischen der Bahn, der GDL sowie der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

GDL-Chef Claus Weselsky sagte, man wolle und müsse für alle Mitglieder Tarifverträge aushandeln: "Dieses Grundrecht ist in Gefahr und damit die Funktion von Gewerkschaften an sich." Hauptstreitpunkt ist die Forderung der GDL, nicht nur für Lokführer, sondern auch für das übrige Zugpersonal Tarifverträge aushandeln zu dürfen.

Quelle: n-tv.de

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