Wirtschaft
BYD stellt in China etwa den E6 her, der dort unter anderem als Taxi genutzt wird
BYD stellt in China etwa den E6 her, der dort unter anderem als Taxi genutzt wird(Foto: REUTERS)

Rätseln über BYD-Kursverfall: Daimler-Partner gerät unter Druck

Völlig unverhofft stürzt die Aktie des chinesischen Daimler-Partners BYD ins Bodenlose - um fast 50 Prozent. Minus 28 Prozent sind es noch am Ende des Handelstages. Was sind die Gründe für den rätselhaften Absturz? Börsianer und das Unternehmen sind ratlos.

Rätselhafter Einbruch beim chinesischen Daimler-Partner BYD: In Hongkong krachten die Aktien des Batterie- und Autoherstellers am Donnerstag zeitweise um fast 50 Prozent nach unten. Richtung Handelsschluss fing sich das Papier etwas und schloss mit minus 28,8 Prozent bei 25,05 Hongkong-Dollar.

Auf der Suche nach Gründen tappten Börsianer im Dunklen - genauso wie BYD selbst. Das Unternehmen mit vollem Namen Build Your Dreams ("Verwirkliche Deine Träume") beteuerte, man habe keine Erklärung für den Einbruch. In einer Telefonkonferenz versuchte BYD-Manager Qian Li, sämtliche in diesem Zusammenhang am Markt umgehenden Gerüchte zu zerstreuen, etwa das der Gründer und Chairman von BYD verhaftet worden sei. Die Aktivitäten liefen normal, die Gerüchte seien "lächerlich", sagte Li und forderte die Anleger auf, sie zu ignorieren. Außerdem wies er Aussagen zurück, wonach BYD sehr stark im gebeutelten russischen Markt engagiert sei. Er nannte das Investment von BYD in dem Land "sehr gering".

Auf die Frage, ob der Kursverfall etwas mit einem Abverkauf von Aktien durch Buffetts Investmentfirma Berkshire Hathaway zu tun habe, sagte Li, BYD habe erst jüngst wieder Kontakt zu Buffett gehabt und es habe keine Anzeichen für einen bevorstehenden Verkauf gegeben. Buffett sei am Donnerstag wegen der Zeitverschiebung zwischen China und den USA bislang nicht zu erreichen gewesen.

Der Grund liegt wohl im Ölpreis

Berkshire Hathaway hält rund 9 Prozent an BYD, wie aus früheren Veröffentlichungen des Unternehmens hervorgeht. Darunter fallen auch ein Viertel der in Hongkong gehandelten Aktien. Am Handelsplatz Shenzen fiel die BYD um 10 Prozent, was das Tageslimit dort darstellt.

Auch Gerüchte, wonach die chinesische Regierung ihre Unterstützung für neue Elektrofahrzeuge wie Busse zurückfährt, ließ Li nicht gelten. BYD sehe weiterhin einen soliden Auftragseingang. "Wir sind zuversichtlich für die Zukunft elektrisch angetriebener Busse", so Li. China verfolgt schon seit längerem das Ziel, seine Abhängigkeit von Ölimporten zu reduzieren. So unterstützt die Regierung etwa Elektrofahrzeuge.

Mitverursacher des Kursrückgangs dürfte der starke Preisverfall des Öls sein. Das billige Öl setzt ganz allgemein Unternehmen unter Druck, die auf saubere Energieträger setzen. Aber auch bei Autos mit Verbrennungsmotor lief es zuletzt bei BYD nicht mehr so rund. Im laufenden Jahr erwartet das Unternehmen einen Gewinnrückgang um mehr als ein Fünftel. Wegen des abflauenden Wachstums in China wächst ganz allgemein die Nachfrage nach neuen Fahrzeugen nicht mehr so rasant.

Quelle: n-tv.de

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