Wirtschaft
Es geht um Sprinter, die 2013 vom Band liefen.
Es geht um Sprinter, die 2013 vom Band liefen.(Foto: picture alliance / dpa)

Abgasrelevante Steuergeräte: Daimler ruft Sprinter zum Software-Update

Daimler ruft 11.000 Sprinter in die Werkstätten, um eine Software auf den neuesten Stand zu bringen. Die betrifft ausgerechnet "abgasrelevante Steuergeräte". Mit dem VW-Skandal soll das alles trotzdem nichts zu tun haben.

Inmitten des Abgasskandals bei Volkswagen hat Daimler einem Pressebericht zufolge 11.000 Transporter vom Typ Sprinter zur Optimierung der Software bei "abgasrelevanten Steuergeräten" zurückgerufen. Es handelt sich laut Daimler um Mercedes-Sprinter, die 2013 ausgeliefert wurden und nun nach und nach zur Hauptuntersuchung müssen. Die betroffenen Steuergeräte würden "mit einer optimierten Software versehen, um mögliche Unannehmlichkeiten mit Behörden und Prüforganisationen auszuschließen", schrieb der Stuttgarter Autohersteller laut einem Bericht der "Welt am Sonntag" in einem Brief an 11.000 Fahrzeughalter. Laut der Zeitung bestritt das Unternehmen zunächst die Echtheit der Briefe, bestätigte sie später aber.

Der Mercedes-Transporter-Chef Volker Mornhinweg versicherte, der Vorgang habe "nichts mit Manipulationen der Software zu tun". Einige der Diagnosegeräte für eine Hauptuntersuchung der Prüfer hätten mit den Systemen in den Fahrzeugen nicht kommunizieren können. Deshalb seien unter anderem Abgaswerte nicht übertragen worden. Die Software für die Datenübertragung sei daher nun aktualisiert worden, sagte Mornhinweg der "Welt am Sonntag". Die Formulierung in dem Brief sei "höchst irreführend", die Sprinter-Besitzer würden nun über den präzisen Sachverhalt noch einmal informiert.

Daimler-Chef Dieter Zetsche versicherte, Daimler halte sich "grundsätzlich an die gesetzlichen Vorgaben" und habe "keinerlei Manipulationen an unseren Fahrzeugen vorgenommen". Eine Funktion, "die die Wirksamkeit der Abgasnachbehandlung unzulässig einschränkt, kommt bei Mercedes-Benz nicht zum Einsatz", sagte Zetsche der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Er räumte ein, dass die Verbrauchsangaben der Hersteller niedriger liegen, als dies im Straßenverkehr tatsächlich der Fall ist. Doch liege dies daran, dass die vorgeschriebenen Tests unter Laborbedingungen stattfänden.

Quelle: n-tv.de

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