Wirtschaft
Düstere Zeiten für K+S: Aber der Dax-Konzern reagiert. Es könnten auch Stellenstreichungen in den kommenden Jahren drohen.
Düstere Zeiten für K+S: Aber der Dax-Konzern reagiert. Es könnten auch Stellenstreichungen in den kommenden Jahren drohen.(Foto: picture alliance / dpa)

Verschärfter Sparkurs: K+S stemmt sich gegen die Krise

Seit dem Platzen des Exportbündnisses BPC Ende Juli sind die Preise für Kali-Düngemittel unter Druck. Gleichzeitig halten sich viele Landwirte mit Bestellungen zurück. Der Dax-Konzern reagiert - den Anleger reicht das aber nicht.

Der anhaltende Preisdruck bei Kalidünger und die Kaufzurückhaltung der Kunden haben dem Düngemittelkonzern K+S im dritten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang eingebrockt. Die Zahlen fielen aber nicht so schlecht aus wie von Analysten befürchtet. K+S kündigte ein weiteres umfangreiches Sparprogramm an.

In den Monaten Juli bis September schmolz das operative Ergebnis (Ebit I) um gut ein Viertel auf 116 Millionen Euro ab. Unter dem Strich und bereinigt verdiente der Konzern im fortgeführten Geschäft mit 72 Millionen Euro 27 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Erlöse gingen im Quartal um elf Prozent auf 818 Millionen Euro zurück.

Absatz sinkt nur leicht

Die Gründe: Die Preise für Kali-Düngemittel sind seit dem Platzen des russisch-weißrussischen Exportbündnisses BPC Ende Juli unter Druck, zudem halten sich viele Landwirte wegen der Unsicherheit über die weitere Preisentwicklung mit Bestellungen zurück.

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Der russische K+S-Konkurrent Uralkali hatte Ende Juli das Exportkonsortium BPC mit dem weißrussischen Staatskonzern Belaruskali aufgekündigt und damit Schockwellen in der Düngemittelbranche ausgelöst. BPC und das nordamerikanische Pendant Canpotex beherrschen rund 70 Prozent des Kali-Düngemittelmarktes und haben bis zum Sommer dafür gesorgt, dass die Preise stets auf einem hohen Niveau bleiben.

Seit August verkauft Uralkali jedoch auf eigene Faust so viel wie möglich, weshalb die Preise nach Einschätzung von Analysten um ein Viertel gefallen sind. Befürchtungen, das auch die kanadischen Hersteller in den Preiskampf einsteigen, hätten sich jedoch nicht bewahrheitet, betont ein große K+S-Aktionär. "Das Worst-Case-Szenario, dass K+S ganz aus dem Markt gedrängt wird, scheint sich nicht zu bewahrheiten."

Der Düngemittelabsatz von K+S ging im dritten Quartal nur um knapp vier Prozent zurück und damit weniger stark als bei den meisten Konkurrenten. Der Durchschnittspreis sank um 15 Prozent auf 280 Euro pro Tonne.

Verhaltener Ausblick

Mit einem umfangreichen Sparpaket will der Dax-Konzern jetzt gegensteuern. In den nächsten drei Jahren will K+S Kosten in einer Größenordnung von insgesamt 500 Millionen Euro einsparen gegenüber der bisherigen Planung für diesen Zeitraum. Im Jahr 2014 sollen die Einsparungen bei gut 150 Millionen Euro liegen. Die Sparmaßnahmen betreffen in erster Linie Sachaufwendungen. Sie beinhalteten aber auch Überlegungen, die zu einem Abbau von Personal führen könnten, hieß es.

Im Gesamtjahr erwartet der Konzern jetzt ein operatives Ebit I von mehr als 600 Millionen Euro, nach 804 Millionen Euro im Vorjahr. Das Konzernergebnis wird bei knapp unter 400 Millionen Euro gesehen, nach 637 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Der Umsatz, der im dritten Quartal um elf Prozent auf 818 Millionen Euro sank, soll in etwa auf dem Vorjahresniveau von 3,9 Milliarden Euro liegen.

Auf dem Parkett standen für K+S nach einem zwischenzeitlichen Kurssprung am Ende Verluste von 4,1 Prozent zu Buche. Das Sparprogramm des Düngemittel- und Salzproduzenten reiche nicht aus, um die strukturellen Probleme in den Griff zu bekommen, hieß es am Markt.

"Die Ankündigung zeigt, dass K+S in den guten Zeiten mehr Speck angesetzt hat, als man von außen erkennen konnte", sagte einer der 15 größten K+S-Aktionäre. Das Grundproblem von Überkapazitäten am Düngemittelmarkt werde durch Einsparungen aber nicht gelöst. "K+S sollte deshalb überlegen, ob der Konzern die ein oder andere Mine mit überdurchschnittlich hohen Kosten schließt."

Quelle: n-tv.de

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