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Billige Gallone, großer Neuwagen: Der US-Automarkt brummt wieder

Die Arbeitslosigkeit ist niedrig, der Sprit billig und die "Black-Friday"-Rabatte locken in die Autohäuser. Der Autoverkauf in den USA legt kräftig zu, auch bei deutschen Modellen. Favoriten sind die großen, starken Spritfresser mit Sonderausstattung.

Der frühe Beginn des Weihnachtsgeschäfts und die niedrigen Spritpreise haben das Geschäft der Autohändler in den USA im November angekurbelt. Zudem hatten die Hersteller die Kunden in den vergangenen Wochen vor dem amerikanischen Erntedankfest mit Sonderkonditionen und Rabatten in die Autohäuser gelockt.

VW konnte die Verkaufszahlen nach langer Durststrecke in den USA wieder steigern. Die Wolfsburger lieferten im November 31.725 VW-Neuwagen aus, gut drei Prozent mehr als vor einem Jahr. Grund waren gute Geschäfte mit einer aufgefrischten Version des VW-Jetta - die Nachfrage nach dem meistverkauften VW-Modell in den USA zog um fast ein Drittel an. Besonders rund lief es für die VW-Tochter Audi, die 22 Prozent mehr Wagen, insgesamt 16.640 Fahrzeuge absetzte. Vorwärts ging es auch für Modelle der Marke Porsche: Ein sattes Plus von 18 Prozent und rund 4.700 verkaufte Fahrzeuge verzeichnen die Zuffenhausener. Der größte VW-Rivale Toyota baute seinen Absatz ebenfalls um drei Prozent auf 183.346 Wagen aus.

BMW musste im November eine Schlappe hinnehmen. Fahrzeuge ihrer Kernmarke BMW verkauften sich 0,8 Prozent schlechter als im Vorjahreszeitraum. Rund 31.000 BMW wurden gekauft. Mini war jedoch gefragt und legte um 9,5 Prozent zu. Über 5000 der Kleinwagen wurden im November in den USA verkauft. Auch Mercedes-Benz musste sich mit einem verhaltenen Wachstum zufriedengeben. Um gerade mal 0,6 Prozent wuchsen die Verkäufe. In absoluten Zahlen gesprochen sind das rund 34.500 Fahrzeuge und gerade einmal knapp 200 mehr als im November 2013.

"Mit allem Drum und Dran"

Gewinner des Novembers ist Chrysler: Der Konzern steigerte seinen Absatz um 20 Prozent auf fast 171.000 Fahrzeuge und verzeichnete damit den besten November seit 2001. General Motors (GM) brachte im vergangenen Monat 225.818 Fahrzeuge an die Kunden, das waren 6,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und der beste November des Konzerns seit sieben Jahren. Ford dagegen verkaufte mit 187.000 Fahrzeugen fast 2 Prozent weniger.

Laut Beobachtern könnten im November rund 1,27 bis 1,29 Millionen Neuwagen aus den Showrooms gerollt sein. Und die US-Verbraucher kaufen nicht nur, sie kaufen "richtig groß" ein. Waren wegen der Rezession und der hohen Spritpreise vor fünf Jahren noch vor allem kleinere Fahrzeuge gefragt, so finden nun zunehmend SUVs und Geländewagen Abnehmer. Die Gallone Benzin - umgerechnet etwas weniger als vier Liter - kostet derzeit gerade einmal höchstens drei Dollar. Außerdem kaufen die Kunden nun wieder Fahrzeuge "mit allem Drum und Dran" wie Infotainment oder beheizten Ledersitzen. Derlei Extras verhelfen den Herstellern zu höheren Margen.

Die Arbeitslosigkeit erreichte im Oktober mit 5,8 Prozent ein Fünf-Jahres-Tief. Derweil stieg das Verbrauchervertrauen zuletzt auf ein Sieben-Jahreshoch, was die Neigung vieler Konsumenten erhöht haben dürfte, jetzt langlebige Güter wie Autos zu kaufen.

Insgesamt dürften 2014 rund 16,4 Millionen Fahrzeuge in den USA verkauft werden. In den kommenden drei Jahren wird mit einem jährlichen Absatz zwischen 16,5 und 17 Millionen Fahrzeugen gerechnet.

Quelle: n-tv.de

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