Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Gold schlägt Aktien: Der Versicherungsschutz Nr. 1

Ein Gastkommentar von Alexander von Franckenstein, Focam AG

Nahezu unbemerkt hat sich Gold in diesem Jahr besser entwickelt als die meisten Börsen. Vor allem aber bleibt das Edelmetall die Versicherung gegen Risiken an den Finanzmärkten schlechthin. Und die haben in jüngst zugenommen.

Seit Jahresanfang ist der Goldpreis in US-Dollar um 6,5 Prozent gestiegen. In Euro gerechnet fiel der Zugewinn ähnlich hoch aus. Dagegen hat der amerikanische Aktienmarkt gemessen am Dow Jones nur um 2,6 Prozent zugelegt. Deutsche Aktien liegen sogar im Minus. Seit Anfang 2014 ist der Dax um 1,1 Prozent gefallen. Kritiker mögen einwenden, dass Gold aber im vergangenen Jahr zu den größten Verlierern zählte - tatsächlich kollabierte der Preis 2013 um beachtliche 28 Prozent. Dennoch gibt es langfristig betrachtet kaum einen besseren Wertspeicher als Gold. Das gilt insbesondere in Krisenzeiten. Gold sollte daher in keinem gut diversifizierten Depot fehlen.

Schon in der Antike war Gold ein Wert, der im wahrsten Sinne des Wortes Glanz und Reichtum ausstrahlte. So verfügte nicht nur der sprichwörtliche Krösus über das begehrte Metall, auch die Sagen um König Midas, der alles, was er berührte, zu Gold machte, symbolisieren die menschliche Sehnsucht nach diesem Edelmetall. Die Gier nach Gold war für die Seemächte Spanien, Portugal, England und Frankreich ein entscheidender Grund für Eroberungszüge und Kolonialisierung in der Neuzeit. Besonders der Goldreichtum von Mittel- und Südamerika, aber auch in Afrika lockte ab der Entdeckung Amerikas 1492 europäische Eroberer an, um das Gold nach Europa zu bringen.

Vielfältiger Einsatz

Alexander von Franckenstein verfügt über 20 Jahre Erfahrung als Investmentberater. Bei der Focam AG ist er als Managing Director u.a. für verschiedene Vermögensmanagementmandate und als Fondsmanager für den GF Agro & Forrest Fonds zuständig. www.focam.de
Alexander von Franckenstein verfügt über 20 Jahre Erfahrung als Investmentberater. Bei der Focam AG ist er als Managing Director u.a. für verschiedene Vermögensmanagementmandate und als Fondsmanager für den GF Agro & Forrest Fonds zuständig. www.focam.de

Seine Seltenheit, Beschaffenheit und leichte Legierbarkeit mit anderen Metallen haben es seit jeher sehr attraktiv gemacht. Hinzu kommen die Verarbeitung zu Schmuck, Kunst- und sakralen Gegenständen sowie als Zahlungsmittel, welches seit Alters her sehr beständig und damit antiinflationär ist. Unsere aktuellen Währungssysteme basieren noch heute auf den jeweiligen Goldbeständen der Zentralbanken.

In den vergangenen 20 Jahren stieg der Goldpreis überdurchschnittlich und bekam als Ersatzwährung signifikante Bedeutung. Interessanterweise betrachtet auch der deutsche Fiskus Gold als Zahlungsmittel und nicht als Kapitalanlage.  

Spekulanten treiben Kurs

Die anfangs durch Notenbank-Käufe getriebene Hausse lockte auch viele Spekulanten an, die den Goldpreis erheblich beeinflussten. Vor allem US-amerikanische Indexfonds (ETFs) investierten massiv in das Edelmetall und trieben es vor knapp drei Jahren auf sein bisheriges Allzeithoch.

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In den vergangenen Jahren machten dann aber steigende Aktien- und Anleihekurse dem zinslosen Edelmetall Konkurrenz – vor allem amerikanische Anleger schichteten um und die Gold-ETFs litten unter hohen Abflüssen. Alleine im vergangenen Jahr mussten sie 880 Tonnen Gold verkaufen. Das entspricht in etwa einem Drittel der gesamten weltweiten Minenproduktion. In diesem Jahr kamen die ETF-Verkäufe aber weitgehend zum Erliegen – dies spricht zumindest für eine Stabilisierung des Goldpreises.

Es gibt mehrere Spielarten, um in das Edelmetall zu investieren  - jeweils mit spezifischen Vor- und Nachteilen. In Deutschland ist sogenanntes Anlagegold - also gängige Münzen und Barren wie südafrikanische Krügerrand oder Wiener Philharmoniker – sehr beliebt.

Gewinne nach einem Jahr steuerfrei

Da der Fiskus diese als Zahlungsmittel ansieht, sind Gewinne nach einer Haltefrist von zwölf Monaten steuerfrei. Münzen und Barren lassen sich bei Banken und Händlern wie Degussa oder Pro Aurum erwerben. Um das Weißwaschen von Schwarzgeld zu verhindern, müssen sich Anleger beim Kauf ab Summen von mehr als 15.000 Euro ausweisen. Bei Anlagegold fällt ein gewisses Aufgeld für die Prägung und den Handel an. Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis beläuft sich aktuell bei einer Stücklung von einer Unze (31,1 Gramm) auf rund 3,5 Prozent. Dazukommen mögliche Lagerkosten für ein Schließfach.

Bei Xetra-Gold (WKN A0S9GB) fallen diese Kosten weitgehend weg. Bei diesen Inhaberschuldverschreibungen, die zu 100 Prozent mit physischem Gold hinterlegt sind, ist der Spread (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs) vernachlässigbar. Xetra-Gold kann sehr liquide über jedes Wertpapierdepot geordert werden. Bei realisierten Gewinnen verlangt das Finanzamt aber Abgeltungssteuer, was allerdings rechtlich umstritten ist. Der Preis von Xetra-Gold korreliert nahezu eins zu eins mit dem des Edelmetalls in Euro.

Goldminen-Papiere als Hebel-Ersatz

Deutlich risiko-, aber auch chancenreicher sind die Aktien von Goldminenbetreibern. Ihre Kurse bewegen sich gewissermaßen mit einem Hebel auf das Edelmetall - nach oben wie nach unten. Bei der Bewertung von Fördergesellschaften sind vor allem ihre Reserven sowie die entsprechenden Abbaukosten entscheidend. Für den spekulativen Investor empfehlen wir die beiden kanadischen Betreiber Terranga Gold und Romarco.

Teranga Gold (WKN A1C86Z) ist mit einem 2014er-KGV von fünf ausgesprochen günstig bewertet. Außerdem verfügt das Unternehmen über -  im Vergleich zur Konkurrenz - extrem niedrige Produktionskosten. Die Gesellschaft wird dieses Jahr in seiner Mine im westafrikanischen Senegal voraussichtlich 220.00 bis 240.000 Unzen zu einem Preis von jeweils 650 bis 700 US-Dollar abbauen und damit auch einen hervorragenden Cashflow generieren. Teranga Gold ist quasi schuldenfrei und verfügt über zusätzliche Goldvorkommen. In Bezug auf Arbeitssicherheit, Sozialleistungen und die Renaturalisierung der ausgebeuteten Flächen agiert das Unternehmen vorbildlich.

Bei Romarco (WKN 172961) handelt es sich um einen Explorationsbetrieb, der schwerpunktmäßig die Mine Haile Gold in South Carolina (USA) entwickelt. Dort lagern Vorkommen von mehr als sechs Millionen Unzen Gold. Aufgrund der hohen Golddichte im Gestein wird nur mit operativen Kosten 379 US-Dollar pro Unze gerechnet. Eine Machbarkeitsstudie wurde bereits positiv abgeschlossen - jetzt arbeitet Romarco an der behördlichen Zulassung für den Abbau. Weitere hohe Vorkommen werden in größerer Tiefe vermutet. Entsprechende mineralogische Untersuchungen laufen zurzeit. Zu den weiteren Vorzügen der Aktie zählt, dass institutionelle Investoren mehr als 70 Prozent der Anteile halten und damit für Stabilität sorgen. Das Unternehmen ist schuldenfrei.

Für ausgesprochen konservative Anleger ist sicherlich physisches Gold am besten geeignet. Währungsreformen und Kriege haben immer wieder gezeigt, dass Goldmünzen und –barren gerade in sehr schwierigen Zeiten über einen hohen (Tausch-) Wert verfügen. Rechnet der Anleger nicht mit einem Zusammenbruch des Finanzsystems, sondern "nur" mit schweren Turbulenzen, reicht Xetra-Gold als Versicherungsschutz. Die höchsten Gewinne versprechen die beiden vergleichsweise kleinen Goldminengesellschaften. Die Versicherungskomponente fällt bei ihnen aber weitestgehend weg.

Disclaimer

Diese Publikation dient nur zu Informationszwecken und zur Nutzung durch den Empfänger. Sie stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung seitens oder im Auftrag der Focam  AG zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Investmentfonds dar. Die in der vorliegenden Publikation enthaltenen Informationen wurden aus Quellen zusammengetragen, die als zuverlässig gelten. Die FOCAM AG gibt jedoch keine Gewähr hinsichtlich deren Zuverlässigkeit und Vollständigkeit und lehnt jede Haftung für Verluste ab, die sich aus der Verwendung dieser Information ergeben.

Quelle: n-tv.de

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