Wirtschaft
China und die USA treiben weiterhin das Geschäft mit deutschen Autos an.
China und die USA treiben weiterhin das Geschäft mit deutschen Autos an.(Foto: picture alliance / dpa)

VDA stellt Prognose für 2015: Deutsche Autobauer rasen auf Rekordjahr zu

2014 ging es für die deutschen Autobauer solide bergauf. Im nächsten Jahr soll das so weitergehen - und die Hersteller wollen erstmals mehr als 15 Millionen Fahrzeuge produzieren. Die Werke in Deutschland werden dabei aber nur eine Nebenrolle spielen.

Die deutschen Hersteller wollen 2015 erstmals mehr als 15 Millionen Autos bauen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) erwartet eine Produktionssteigerung um 4 Prozent auf 15,25 Millionen Fahrzeuge. Davon wird allerdings nur noch ein gutes Drittel in Deutschland gefertigt - nach der Prognose 5,65 Millionen. Die anderen 9,6 Millionen Autos werden in ausländischen Werken montiert.

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Treiber des Wachstums dürften abermals die weltgrößten Automärkte China und USA sein. Der Weltmarkt hat nach der Prognose im kommenden Jahr ein Volumen von 76,4 Millionen Neuwagen, ein Plus von 2 Prozent. VDA-Präsident Matthias Wissmann wies auf "erhebliche Unsicherheiten und geopolitische Konflikte" wie die Krisen in der Ukraine und Nahost hin. In einigen wichtigen europäischen Ländern stottere zudem der Konjunkturmotor. Angesichts dessen sei die Lage am Jahresende "besser als die Stimmung".

In China habe sich der Autoverkauf in diesem Jahr um 10 Prozent auf 17,9 Millionen Stück erhöht. In den USA werde mit 16 Millionen wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Selbst Westeuropa habe erstmals nach vier Jahren wieder zugelegt, um gut 4 Prozent, berichtete Wissmann. Jeder zweite Neuwagen deutscher Marken wird in Westeuropa verkauft. An den deutschen Standorten erhöhte sich die Produktion bis Ende November um 3 Prozent auf 5,23 Millionen Autos. Dafür wurden auch 3 Prozent mehr Mitarbeiter eingestellt. Die Stammbelegschaften wuchsen um 23.400 auf 784.200 Beschäftigte. Das sei gelungen, obwohl "die Auslandsproduktion dramatisch ansteigt", sagte Wissmann.

Deutscher Markt ist gesättigt

Für die ersten neun Monate des Jahres bezifferte er den Umsatz der Branche auf 285 Milliarden Euro, ein Plus von 6 Prozent. In Deutschland ging die Zahl der Neuzulassungen im November im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2 Prozent auf 250.000 zurück. Von Januar bis November wurden 2,81 Millionen Autos neu angemeldet. Das entspricht einem Plus von 3 Prozent. Bis Jahresende wird die Marke von 3 Millionen Personenwagen voraussichtlich leicht überschritten werden. 2013 waren es 2,95 Millionen.

Der deutsche Markt sei gesättigt, deshalb ist nach Einschätzung Wissmanns auch in den nächsten Jahren ein Absatz von rund 3 Millionen Autos zu erwarten. Die Inlandsproduktion büßte im November 5 Prozent auf 511.800 Personenwagen ein, der Export sackte sogar um 8 Prozent ab. Er mache sich aber "keine besonderen Sorgen wegen dieser Monatszahl", sagte Wissmann. Sie spiegele nicht die Konjunktur wider, sondern sei mit dem Abbau von Lagerbeständen im In- und Ausland zum Jahresende zu erklären.

Bei Elektrofahrzeugen wünsche sich der Verband mehr Unterstützung der öffentlichen Hand, sagte VDA-Chef Wissmann gegenüber n-tv. "Die Zeit drängt", so Wissmann. Das geplante Elektromobilitätsgesetz, mit dem Elektroautos Busspuren und reservierte Parkplätze nutzen können, sei nur ein erster Schritt. Wissmann empfiehlt die steuerliche Abzugsfähigkeit von 50 Prozent der Anschaffungskosten für Dienstwagen. Das würde den Staat jährlich 200 Millionen Euro kosten. Diesen Vorschlag hat die Bundesregierung schon aufgenommen, die steuerliche Regelung soll kommen.

Quelle: n-tv.de

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