Wirtschaft
"Zwischen Anshu und mir besteht das, ebenso im Vorstand und zum Aufsichtsrat": Anshu Jain und Jürgen Fitschen auf dem Podium der Hauptversammlung.
"Zwischen Anshu und mir besteht das, ebenso im Vorstand und zum Aufsichtsrat": Anshu Jain und Jürgen Fitschen auf dem Podium der Hauptversammlung.(Foto: AP)

Doppelspitze sagt Ja zu Deutschland: Deutsche Bank bleibt in Frankfurt

Spannung nach dem Führungswechsel: Nach dem Ende der Ära Ackermann wenden sich seine beiden Nachfolger Jain und Fitschen zum ersten Mal offiziell als Chefs an ihre Mitarbeiter. Ihr Botschaft enthält ein Bekenntnis zu Teamarbeit und Nachhaltigkeit - und zum Standort Deutschland.

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Die beiden neuen Chefs der Deutschen Bank, und Der bodenständige Banker , haben ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland abgegeben. Bei einer Mitarbeiterveranstaltung an ihrem ersten Arbeitstag rief Fitschen kurz vor dem Wochenende noch Schlagworte wie Teamarbeit und die Nachhaltigkeit des Geschäfts als Grundprinzipien aus, wie die "Welt" berichtete. Damit habe Fitschen darauf angespielt, dass in den vergangenen Jahren kurzfristige Gewinne immer wieder zu Reputationsschäden geführt hatten, schreibt die Zeitung in ihrer Samstagsausgabe.

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Zu den Details einer langfristigen Strategie will sich das Duo erst im September äußern, wie die Deutsche Bank mitteilte. Das Duo Jain/Fitschen führt den Dax-Konzern seit dem 1. Juni. Ihr Vorgänger hatte sich tags zuvor auf der Ackermann lobt sich selbst nach zehn Jahren von der Spitze des Instituts verabschiedet.

Kein Umzug nach London

Der gebürtige Inder Jain erwartet einen harten Ausleseprozess unter den wichtigsten Banken der Welt. "Am Ende werden im Wettbewerb fünf bis sechs wirklich globale Banken übrig bleiben. Und die Deutsche Bank wird eine davon sein", sagte er laut "Welt" bei der Mitarbeiterversammlung in Frankfurt. Seine Ansprache wurde per Videoschaltung an die Standorte in London, New York und Singapur übertragen.

"Es ist ein klarer Vorteil, dass wir unseren Hauptsitz und unseren Heimatmarkt in Deutschland haben", sagte Jain dem Bericht zufolge. "Wir haben unseren Sitz in einer der besten Volkswirtschaften der Welt." Wenige Tage vor dem Führungswechsel hatte sich Jain bereits im US-Fernsehen Jain bekennt sich zu Deutschland .

Versteckte Kritik am Vorgänger?

Die beiden neuen Bank-Chefs wollen zudem an der breiten Aufstellung des Instituts festhalten. "Wir bekennen uns dauerhaft zu unserem Universalbankmodell und setzen in Zukunft auf einen teamorientierten Führungsansatz", hatte Jain noch am Tag des Amtsantritts mitteilen lassen.

Fitschen, der bei der Mitarbeiterveranstaltung zuerst auftrat, rief die Teamarbeit ebenfalls als neues Grundprinzip der größten Bank Deutschlands aus.

"Banken werden nur Erfolg haben, wenn sie wirklich als globale Teams arbeiten", sagte Fitschen. Das setze Vertrauen und gegenseitigen Respekt voraus. "Zwischen Anshu und mir besteht das, ebenso im Vorstand und zum Aufsichtsrat."

Der Führungswechsel lief für viele Beobachter überraschend holprig. Erst nach monatelangem öffentlichen Gezerre hatte sich die Bank im Sommer 2011 auf das Duo Jain/Fitschen einigen können.

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Quelle: n-tv.de

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