Wirtschaft
Für 2013 wird noch eine "volatile Seitwärtsbewegung" erwartet.
Für 2013 wird noch eine "volatile Seitwärtsbewegung" erwartet.(Foto: picture alliance / dpa)

Rückschlagsszenario kassiert: Deutsche Bank sieht Dax bei 9800 Punkten

Der Dax bewegt sich derzeit klar oberhalb der 9000-Punkte-Marke. Ein Grund für die Deutsche Bank, ihre Prognosen zu revidieren. Für den Rest des Jahres erwarten die Strategen eine Seitwärtsbewegung. Im kommenden Jahr sehen sie den Leitindex dann kräftig steigen.

Die Deutsche Bank glaubt nun nicht mehr an einen Rückschlag im Dax auf 8400 Punkte bis zum Jahresende, sondern an eine Seitwärtsbewegung. In der vergangenen Woche hatte eine Studie für Furore gesorgt, in der das Geldinstitut die entsprechende Korrektur nach unten vorhergesagt hatte. Händler zeigten sich irritiert über das aufgezeigte deutliche Rückschlagspotenzial von fast 10 Prozent.

"Die Prognose ist bereits Anfang Oktober erstellt worden", sagte Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden, auf einer Veranstaltung in Frankfurt zu den Perspektiven an den Märkten. Eine neuere Prognose gebe es zwar nicht, weil sich die Analysten bereits auf 2014 konzentrierten. Das Rückschlagsszenario sei aber "irrtümlich" in die Studie der vergangenen Woche aufgenommen worden.

An die traditionelle Jahresendrally glaubt Stephan allerdings auch nicht. "Institutionelle Anleger machen die Bücher zu und loggen Gewinne ein, um Risiken herauszunehmen", erwartet er. "Drei bis fünf Prozent Minus sind drin, am wahrscheinlichsten ist aber eine volatile Seitwärtsbewegung", also ein Seitwärtsmarkt mit größeren Schwankungen.

Es geht in Richtung 10.000

Im kommenden Jahr traut die Deutsche Bank dem Dax einen Anstieg auf 9800 Punkte zu. Damit liegt die Prognose im Konsens dessen, was bisher aus anderen Häusern wie der LBBW, der Deka oder der DZ Bank zu hören war.

Zu Grunde liegt der Prognose ein Anstieg der Gewinne um 16 Prozent im kommenden und um 10 Prozent im übernächsten Jahr. "Damit liegt das Überraschungspotenzial für den Dax eher auf der Oberseite", sagte Stefan. Da deutsche Aktien "weder billig noch teuer" seien, sei ein ähnlich starker Dax-Anstieg wie im vergangenen und in diesem Jahr für 2014 aber nicht zu erwarten.

Dollar zum Euro deutlich fester

Die Geldpolitik werde die Aktienmärkte weiter unterstützen. "Auch bei einem Ausstieg aus den Anleihenkäufen bleibt die US-Geldpolitik expansiv", sagte Deutschland-Chefvolkswirt Stefan Schneider. Er erwartet den ersten Schritt des Ausstiegs im März. Nur bei sehr starken Konjunkturdaten sei ein erster Schritt bereits im Dezember möglich.

Anleger sollten ihr Geld zu je etwa einem Drittel in europäische, in asiatische und in US-Aktien investieren, so Stephan. Zwar billigt er dem S&P-500 nur ein mageres Potenzial von 2,5 Prozent zu. Für den Dollar sind die Experten der Deutschen Bank aber extrem positiv gestimmt.

Das "Fracking" mit dem Wandel hin zum größten Energieerzeuger der Welt werde in den USA zu Leistungsbilanzüberschüssen führen, die den Dollar längerfristig sogar auf Parität zum Euro treiben könnten. Ende des kommenden Jahres sieht das Haus den Euro bei 1,15 Dollar.

Quelle: n-tv.de

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