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Gewinn statt Verlust: Deutsche Bank überrascht positiv

Analysten hatten rote Quartalszahlen bei der Deutschen Bank erwartet. Doch das Geldinstitut wartet mit einem besseren Ergebnis auf. Die Gründe: Die Rechtskosten sind deutlich niedriger als befürchtet und alle vier Kern-Geschäftsbereiche überzeugen.

Überraschend niedrige Rechtskosten und ein starkes Anleihegeschäft haben der Deutschen Bank im vierten Quartal unter dem Strich einen Gewinn von 441 Millionen Euro beschert. Analysten hatten im Schnitt mit einem Verlust von 289 Millionen Euro nach Steuern und Dritten gerechnet.

Die Rechtskosten waren mit 207 Millionen Euro deutlich niedriger als erwartet. Auch das Zugpferd Investmentbanking trug zum Ergebnis bei. Die Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen zeigten sich zufrieden. "Zum ersten Mal haben alle vier Kern-Geschäftsbereiche ein Ergebnis vor Steuern von mehr als 1 Milliarde Euro erwirtschaftet", sagten sie.

Der Gewinn in der Investmentbank betrug im vierten Quartal 516 Millionen Euro und war damit um 384 Millionen Euro höher als im Vorjahr. Hier fielen die geringeren Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten besonders stark ins Gewicht. Dagegen fiel der Gewinn vor Steuern im Privatkundengeschäft um 163 Millionen auf 55 Millionen Euro. Sonderaufwendungen im Zusammenhang mit der Erstattung von Kreditbearbeitungsgebühren in Höhe von 330 Millionen Euro belasteten das Ergebnis.

Bei der Deutschen Bank geht der Pfeil nach oben.
Bei der Deutschen Bank geht der Pfeil nach oben.(Foto: AP)

Im Gesamtjahr 2014 konnte die Deutsche Bank den Gewinn im Vergleich zum Vorjahr auf fast 1,7 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Dazu trugen auch Einsparungen bei. Um dauerhaft wieder profitabler zu werden, feilt das Management derzeit an einer neuen Strategie. Diese soll im zweiten Quartal vorgestellt werden.

Komfortable Kernkapitalquote

Der Vorsteuergewinn von Global Transaction Banking (GTB) stieg um 179 Millionen auf 265 Millionen Euro. Gründe hierfür waren ein Ertragswachstum, eine gesunkene Risikovorsorge im Kreditgeschäft und Sondereffekte im Vorjahr.

In der Vermögensverwaltung stieg der Vorsteuergewinn um 165 Millionen auf 365 Millionen Euro. Dies resultierte aus einer Aufwertung immaterieller Vermögenswerte des Vermögensverwalters Scudder um 83 Millionen Euro. Der Verlust vor Steuern in der Abbaubank betrug 690 Millionen Euro im Vergleich zu einem Verlust von 1,27 Milliarden Euro im Vorjahr. Ursächlich waren höhere Erträge, geringere Kreditausfälle und gesunkene zinsunabhängige Aufwendungen.

Die Kernkapitalquote der Bank (Tier-1) betrug zum Quartalsende komfortable 11,7 Prozent. Mit der Verschuldungsquote von 3,5 Prozent liegt die Bank aber unter dem Durchschnitt der europäischen Banken. Mit ihren Zahlen hat die Deutsche Bank insgesamt positiv überrascht; sie liegt aber nach wie vor hinter den US-Wettbewerbern zurück. Der Konkurrent JP Morgan Chase konnte trotz Rechtsproblemen einen Jahresgewinn von knapp 22 Milliarden US-Dollar vorweisen.

Quelle: n-tv.de

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