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Die Deutsche Bank soll sich geweigert haben, brisante Akten an die Ermittler herauszurücken.
Die Deutsche Bank soll sich geweigert haben, brisante Akten an die Ermittler herauszurücken.(Foto: picture alliance / dpa)

"Durchsuchung mit Ansage": Deutsche Bank verweigerte Akten

Die Razzia bei der Deutschen Bank war womöglich nicht überzogen: Die Ermittler sollen laut einem Medienbericht bereits im Juni mit einer Durchsuchung gedroht haben. Das Geldhaus verweigerte aber offenbar die Zusammenarbeit – und rückte brisante Unterlagen nicht heraus.

In der Affäre um mutmaßlichen Steuerbetrug bei der Deutschen Bank beim Emissionshandel ist dem Geldhaus bereits vor einem halben Jahr eine Razzia angedroht worden. Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" hat die Deutsche Bank der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt potentiell brisante Akten vorenthalten und dadurch die Razzia selbst herausgefordert. Es habe sich um eine "Durchsuchung mit Ansage" gehandelt,  zitierte die "Süddeutsche Zeitung" einen Insider. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich nicht zu dem Bericht  äußern. Die Bank prüfe weiterhin die einzelnen Vorwürfe bei den  Ermittlungen, hieß es.

Die Generalstaatsanwaltschaft habe den Firmenanwalt der Deutschen Bank im Juni aufgefordert, mit ihr bei den Ermittlungen wegen mutmaßlichen Steuerbetrugs beim Handel mit Verschmutzungsrechten zusammenzuarbeiten, berichtete die Zeitung. Demnach drohte die Behörde, "alle prozessualen Möglichkeiten" in Betracht zu ziehen, sollte die Bank nicht die angeforderten Dokumente übergeben. Die Bank habe sich dennoch geweigert, so umfassend mit den Behörden zusammenzuarbeiten, wie sie es nach einer ersten Razzia Ende April 2010 versprochen habe. Von dem Streit um die Akten soll Vorstandschef Jürgen Fitschen jedoch nichts gewusst haben, als er sich beim hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) telefonisch über die Durchsuchungen beschwerte.

Deutsche Bank rückte interne Protokolle nicht heraus

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hatte laut "Süddeutscher Zeitung" die Herausgabe von Unterlagen der Deutschen Bank in London verlangt. In der dortigen Niederlassung des Geldhauses hatten die fragwürdigen Geschäfte beim Emissionshandel offenbar begonnen. Bei den Papieren soll es sich um die Protokolle interner Befragungen der Emissionshändler handeln, die an den fragwürdigen Geschäften beteiligt waren. Nach der ersten Razzia 2010 leitete die Deutsche Bank interne Untersuchungen ein und befragte ihre Emissionshändler, auch diejenigen in London.

An den Ergebnissen waren die Staatsanwälte interessiert und verlangten deshalb nach den Papieren aus London. Der Firmenanwalt der Deutschen Bank in Frankfurt bemühte sich, die Unterlagen herbeizuschaffen. Es soll sogar schon eine Zusage gegeben haben, die Dokumente vorzulegen. Schließlich musste der Firmenanwalt den Ermittlern aber gestehen, ihm sei von der Bank untersagt worden, die Dokumente herauszurücken. Auch die letzte Frist im Juni ließ die Bank verstreichen und lieferte die Akten auch später nicht.

Quelle: n-tv.de

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