Wirtschaft
Rolf Breuer.
Rolf Breuer.(Foto: picture alliance / dpa)

Teurer Vergleich im Kirch-Streit: Deutsche Bank will Geld von Ex-Chef Breuer

Die Deutsche Bank will ihren früheren Chef Breuer für Millionen-Kosten aus einem Rechtsstreit mit Erben des Medienunternehmers Kirch in Regress nehmen. Dass Breuer die mehr als 900 Millionen Euro komplett erstatten soll, gilt aber als ausgeschlossen.

Die Deutsche Bank will einem Zeitungsbericht zufolge ihren früheren Vorstandschef Rolf Breuer wegen seiner Rolle in der Kirch-Affäre in Regress nehmen. Dies habe der Aufsichtsrat der Bank formal beschlossen, berichtete die "Welt". Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte den Bericht nicht kommentieren.

Deutschlands größtes Geldinstitut hatte im Februar mit einem Vergleich über insgesamt 925 Millionen Euro nach mehr als zwölf Jahren einen Schlussstrich unter den Streit mit den Erben von Leo Kirch über die Schuld an der Pleite von dessen Medienimperium gezogen. Der damalige Deutsche-Bank-Chef Breuer hatte in einem Interview Zweifel an der Kreditwürdigkeit des wankenden Kirch-Konzerns geschürt - und damit nach Lesart der Kläger die folgende Pleite unausweichlich gemacht. Der Aufsichtsrat wolle nun prüfen, wie viel Geld man von Breuer zurückholen könne, so die "Welt". Zuletzt war dem Bericht zufolge über einen Beitrag Breuers in einstelliger Millionenhöhe spekuliert worden.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Zudem müsse geklärt werden, in welchem Umfang die Manager-Haftpflichtversicherung (D&O) einspringe, hieß es weiter. Allerdings gehe das Kontrollgremium der Deutschen Bank nicht davon aus, dass die maximale Versicherungssumme von 500 Millionen Euro auch nur annähernd ausgeschöpft werden könne. "Der größte Teil der Vergleichssumme wird definitiv an der Bank hängen bleiben", zitierte die Zeitung eine mit den Gesprächen vertraute Person.

Während der Schadenersatzprozess mit dem im Frühjahr geschlossenen Vergleich beigelegt ist, droht noch ein strafrechtliches Nachspiel. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Prozessbetrugs gegen Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen, seine Vorgänger Josef Ackermann und Breuer sowie andere ehemalige Vorstände. Sie wirft ihnen vor, im Prozess um die Schuld am Zusammenbruch der Kirch-Gruppe gelogen zu haben, um Schadenersatzansprüche gegen die Bank in Milliardenhöhe abzublocken.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen