Wirtschaft
Es kann nur besser werden: Die Rekordjagd am deutschen Aktienmarkt schlägt sich in den Büchern der Deutschen Börse bisher kaum nieder.
Es kann nur besser werden: Die Rekordjagd am deutschen Aktienmarkt schlägt sich in den Büchern der Deutschen Börse bisher kaum nieder.(Foto: picture alliance / dpa)

Rückstellungen fressen Gewinne auf: Deutsche Börse präzisiert Jahresprognose

Zum Wochenstart berichtet die Deutsche Börse über eine Rückstellung in Millionenhöhe. Der Kurs fällt entsprechend. Nun schiebt der Börsenbetreiber seinen Quartalsbericht nach. Der hat mehr Schatten als Licht.

Ein bevorstehender Vergleich in den USA wegen Verstößen gegen Iran-Sanktionen hat der Deutschen Börse im dritten Quartal einen heftigen Gewinneinbruch eingebrockt. Rückstellungen und Rechtskosten von knapp 120 Millionen Euro ließen den Überschuss um mehr als 60 Prozent auf 61,6 Millionen Euro absacken, wie der Börsenbetreiber mitteilte. Zudem konnte das Unternehmen weiter kaum von der Rekordjagd an den Aktienmärkten profitieren. Analysten hatten für das dritte Quartal mit einem Gewinn von 148 Millionen Euro gerechnet.

Die Rückstellungen für Prozesskosten hatte die Börse bereits angekündigt. Es handelt sich dabei um Zahlungen für einen Vergleich mit der US-Behörde OFAC, die der Deutschen Börse vorwirft, US-Sanktionen gegen Iran missachtet zu haben. Die Rückstellungen in Höhe von 114,8 Millionen Euro schlugen beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) deutlich zu Buche: Das Ebit belief sich im dritten Quartal auf 101 Millionen Euro nach 245,4 Millionen Euro im Vorjahr. Ohne die beschriebenen Sondereffekte lag das Ebit bei 224 Millionen Euro. Analysten hatten mit 223 Millionen Euro gerechnet.

Stabile Handelsaktivitäten bei der Tochter Clearstream sowie über Xetra konnten den Rückgang an der Eurex nicht ausgleichen. An der Terminbörse für Finanzderivate wie Optionen und Futures ging das Handelsvolumen im dritten Quartal auf 489,3 Millionen Kontrakte zurück, nach 541,3 Millionen Kontrakten im Vorjahr. Die Eurex zeichnet laut Analysten der Deutschen Bank für rund 45 Prozent der Gesamterträge der Börse verantwortlich.

Das Ergebnis je Aktie schrumpfte von 0,86 Euro im Vorjahresquartal auf 0,33 Euro je Papier. Die Aktien hatten vor der nachbörslichen Bekanntgabe der Quartalszahlen rund 2 Prozent eingebüßt.

Prognose wird nicht angetastet

In den ersten neun Monaten des Jahres gingen die Nettoerlöse der Börse auf 1,44 Milliarden von 1,48 Milliarden Euro zurück. Die operativen Kosten lagen in dem Zeitraum mit 898,2 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahreswert von knapp 705 Millionen Euro. Die enthaltenen Sondereffekte waren mit insgesamt 198,5 Millionen Euro fast sieben Mal so hoch wie im Vorjahr. Die Sondereffekte setzen sich zusammen aus rund 80 Millionen Euro für Effizienzprogramme und 118,8 Millionen Euro im Zusammenhang mit den Ermittlungen der OFAC bei Clearstream.

Trotz der Rückstellungen und einem schlechteren Ergebnis im Geschäft mit Aktienderivaten hält die Börse an ihrer Jahresprognose fest und hat sie präzisiert. Der Nettoumsatz soll sich demnach auf 1,9 Milliarden Euro belaufen. Zuvor hatte die Börse die Spanne von 1,8 Milliarden bis 2 Milliarden Euro als Zielgröße benannt.

Quelle: n-tv.de

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