Wirtschaft
0,4 Prozent BIP-Plus? 2014 wird es deutlich besser, die deutsche Wirtschaft kann ihren Wachstumsdurst löschen.
0,4 Prozent BIP-Plus? 2014 wird es deutlich besser, die deutsche Wirtschaft kann ihren Wachstumsdurst löschen.(Foto: picture alliance / dpa)

Neues Jahr, neues Glück: Deutsche Wirtschaft beendet Durststrecke

2013 verlangsamt sich das Wirtschaftswachstum in Deutschland noch einmal. Vor allem der Export schwächelt. 2014 stehen die Zeichen aber auf Aufschwung - und immer mehr Ökonomen sagen ihn voraus.

Die deutsche Wirtschaft kann das vergangene Jahr abhaken und beruhigt 2014 angehen. Mehrere Ökonomen und Marktexperten sagen der größten Volkswirtschaft der Eurozone ein deutliches Wachstumsplus voraus. Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) startet sie in diesem Jahr eine Aufholjagd. "Wir rechnen damit, dass sich der seit Mitte 2013 erkennbare positive Wachstumstrend fortsetzen wird", sagte DIW-Chef Marcel Fratzscher.

Die Wirtschaftsleistung hatte 2013 dem Statistischem Bundesamt zufolge nur um 0,4 Prozent zugelegt. 2012 hatte es noch zu einem Plus von 0,7 Prozent gereicht, 2011 sogar von 3,3 Prozent.

Export schwächelt

Das schwache Wachstum 2013 ist den Statistikern vor allem den Exporteuren geschuldet, die ein eher enttäuschendes Jahr erlebten. Die maue Konjunktur in der Eurozone und die Abkühlung auf wichtigen Absatzmärkten wie China belasteten ihr Geschäft. Für Schwung sorgten dank des Beschäftigungsrekords dagegen die Verbraucher mit ihren Konsumausgaben.

Die Exporte stiegen nur um 0,6 Prozent, nach plus 3,2 Prozent 2012. Wegen der Unsicherheit behielten viele Firmen Pläne für neue Investitionen in der Schublade. Die Wirtschaft steckte 2,2 Prozent weniger in Maschinen und Anlagen. Impulse kamen hingegen von den Verbrauchern, deren Konsum um 0,9 Prozent zulegte.

"Offensichtlich wurde die deutsche Wirtschaft durch die anhaltende Rezession in einigen europäischen Ländern und eine gebremste weltwirtschaftliche Entwicklung belastet", sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler. "Die starke Binnennachfrage konnte dies nur bedingt kompensieren." Dennoch steht Deutschland konjunkturell besser da als die meisten anderen Euro-Staaten. Trotz zuletzt positiver Signale dürfte die Wirtschaft etwa in Italien und Spanien 2013 geschrumpft sein.

Satte Zuwächse

Für das laufende Jahr sind die Aussichten für die Bundesrepublik deutlich besser. Die Bundesbank sagt einen Aufschwung voraus und rechnet mit einem Wachstum von 1,7 Prozent, das sich 2015 auf 2 Prozent beschleunigen soll. Christian Schulz von der Berenberg Bank hält sogar schon 2014 ein Plus von 2,2 Prozent für möglich: "Die Investitionen dürften kräftig anziehen und Hauptreiber des Wachstums sein." DIW-Chef Fratzscher erwartet für 2014 ein Wachstum von 1,6 Prozent. 2015 soll das BIP-Plus dann 2,0 Prozent betragen.

Alle Augen auf die EZB

Dennoch tritt der Fratscher auf die Euphoriebremse, da Deutschland hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibe: "Wir produzieren noch immer unter unserem Potenzial." Auch die Politik müsse mehr tun, um Anreize für mehr Investitionen zu setzen. Investoren hielten sich zurück, weil es eine "sehr hohe Unsicherheit" über die Aussichten für die Wirtschaft in der Eurozone gebe.

Die Europäische Zentralbank sei womöglich gefordert, im Kampf gegen die Kreditklemme in Teilen des Währungsgebiets nachzulegen, da sie ihre Standard-Mittel mit der Senkung des Leitzinses auf 0,25 Prozent praktisch ausgeschöpft habe. Fratzscher hält es für "hoch wahrscheinlich", dass die EZB den Banken dieses Jahr eine weitere Geldspritze zukommen lassen wird. Mit langfristigen Kreditlinien hatte die EZB den Finanzinstituten zur Jahreswende 2011/2012 rund eine Billion Euro zur Verfügung gestellt.

Quelle: n-tv.de

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