Wirtschaft

Wachstumstreiber Außenhandel : Deutsche Wirtschaft ist robust

Deutschland bleibt die feste Wachstumslokomotive in Europa. Eine steigende Exporttätigkeit ist der Hauptgrund für das Wachstum im vierten Quartal 2013. Aus dem Inland kommen gemischte Signale.

(Foto: dpa)

Das Wachstum der Exporte und steigende Ausrüstungsinvestitionen haben die deutsche Wirtschaft auch im Schlussquartal 2013 wachsen lassen. Der Konsum zeigte sich dagegen leicht rückläufig, und der starke Vorratsabbau dämpfte das Wachstum.

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im vierten Quartal saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem Vorzeitraum um 0,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt bei einer zweiten Veröffentlichung mitteilte und damit erwartungsgemäß den ersten Ausweis bestätigte. Im dritten Jahresviertel war das BIP um 0,3 Prozent und im zweiten Quartal um 0,7 Prozent gewachsen, nachdem es zu Jahresbeginn noch stagniert hatte. Im Jahresdurchschnitt wuchs die deutsche Wirtschaft 2013 um 0,4 Prozent (kalenderbereinigt um 0,5 Prozent). Damit wurden die ersten Berechnungen vom Januar ebenfalls bestätigt. Gegenüber Vorjahresquartal stieg das BIP kalenderbereinigt um 1,4 Prozent. Im dritten Quartal hatte es um 1,1 Prozent zugelegt.

Exportmotor brummt

Positive Impulse kamen nach Angaben der Statistiker vor allem vom Außenhandel. Die Exporte stiegen viel stärker als die Importe: Es wurden 2,6 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen ins Ausland exportiert als im dritten Quartal. Die Importe legten im selben Zeitraum lediglich um 0,6 Prozent zu. Dadurch war der Außenbeitrag - also die Differenz aus Exporten und Importen - mit einem Beitrag von plus 1,1 Prozentpunkten der größte Wachstumsmotor.

Aus dem Inland kamen gemischte Signale. Positiv entwickelten sich die Anlageinvestitionen: Sowohl in Ausrüstungen als auch in Bauten wurden jeweils 1,4 Prozent mehr investiert als im dritten Quartal.

Wenig Bewegung gab es beim Konsum: Die staatlichen Konsumausgaben verharrten auf dem Niveau des Vorquartals, die privaten Konsumausgaben gingen um 0,1 Prozent zurück. Die Lagerbestände wurden um knapp 6 Milliarden Euro abgebaut. Das war der dritte Rückgang in Folge und überdies der stärkste seit dem zweiten Quartal 2009. Er bremste das Wirtschaftswachstum in preisbereinigter Rechnung um 0,8 Prozentpunkte.

KfW behält Prognose bei

Für das laufende Quartal ist das tendenziell eine gute Nachricht, denn einen weiteren Vorratsabbau dürften die Unternehmen angesichts des guten Standes der Konjunkturindikatoren kaum planen. "Der starke Lagerabbau könnte im ersten Quartal eine Gegenbewegung auslösen", sagte Berenberg-Volkswirt Christian Schulz. Dass die Unternehmen ihre Lager überhaupt so stark geräumt haben, erklärt Schulz mit der Unsicherheit, die sich kurzzeitig aus dem Ausscheiden der FDP aus der Bundesregierung und der daraus resultierenden Erwartung höherer Steuern ergeben habe.

Die KfW bestätigte nach Veröffentlichung der BIP-Daten ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 2,0 Prozent und sagte für 2015 ein Wachstum von 1,6 Prozent voraus. "Wir gehen von einem starken ersten Halbjahr mit Quartalswachstumsraten von durchschnittlich 0,6 Prozent aus, wozu vor allem die Exporte und die Investitionen beitragen", sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Auch der Konsum wird sich nach seiner Einschätzung wegen der weiter günstigen Arbeitsmarktperspektiven und der anhaltend guten Konsumentenstimmung rasch erholen."

Quelle: n-tv.de

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