Wirtschaft
Was können wir uns in Zukunft noch leisten? Eine Frage, die viele beschäftigt.
Was können wir uns in Zukunft noch leisten? Eine Frage, die viele beschäftigt.(Foto: picture alliance / dpa)

Angst vor Krisen und Krisen: Deutsche fürchten um ihren Wohlstand

Eigentlich sind die Deutschen ganz zufrieden - wäre da nicht die Flut schlechter Nachrichten aus vielen Teilen der Welt. Wie eine Studie zeigt, macht sich Angst breit: Wie werden die Krisen sich auf das eigene Portemonnaie auswirken?

Zufrieden mit dem Kontostand, wenig besorgt um den Arbeitsplatz, optimistisch mit Blick auf 2015 - eigentlich geht es den Deutschen finanziell und wirtschaftlich gut. Das ergibt eine Untersuchung der Beratungsgesellschaft Ernst&Young.

Allerdings gibt es das sprichwörtliche Haar in der Suppe: Denn wegen der zahlreichen internationalen Krisen fürchten viele Deutsche um ihren Wohlstand, wie die Zeitung "Die Welt" unter Berufung auf die Studie schreibt. Mehr als drei Viertel der 1500 Befragten haben demnach Angst, dass sich Konflikte wie die Kriege im Irak und in Syrien oder die Ukraine-Krise negativ auf ihre eigene finanzielle Lage auswirken könnten.

"Trotz der eigentlich guten wirtschaftlichen Situation der Verbraucher in Deutschland lauert hier ein beträchtlicher Unsicherheitsfaktor", zitiert die Zeitung aus der Studie. Das Thema überstrahle deutlich die sonst üblichen Sorgen wie etwa Einkommenseinbußen, den Verlust des Arbeitsplatzes oder Krankheit.

"Wenn diese Krisen und Kriege weiter eskalieren und stärker ins Bewusstsein rücken, könnte die Stimmung der Verbraucher sehr schnell kippen", schreibt Studienautor Thomas Harms. Die Entwicklung überrasche angesichts der Flut schlechter Nachrichten nicht: Angefangen "von den Kriegen im Irak und in Syrien über die Ukraine-Krise bis hin zum Ebola-Ausbruch in Afrika".

Noch überwiegt gute Laune

Noch sind allerdings keine Auswirkungen spürbar: 45 Prozent der Bundesbürger sind demnach immer noch sehr zufrieden mit ihrer derzeitigen finanziellen und wirtschaftlichen Lage, nur neun Prozent sorgen sich um ihr Konto. Die Menschen profitierten von Lohnerhöhungen, sinkenden Energiepreisen und einer niedrigen Inflationsrate, heißt es in der Studie weiter.

Trotz der Sorgen um globale Krisen glauben 86 Prozent an ein gutes Jahr 2015. Das liegt nach Angaben der Studie unter anderem an der Jobsicherheit in Deutschland. 91 Prozent der Bundesbürger halten ihren Arbeitsplatz derzeit für sicher.

Konjunktursorgen kehren zurück

An einen anhaltenden Aufschwung glauben demnach aber nur 18 Prozent, jeder Dritte geht davon aus, dass sich die Wirtschaftslage hierzulande verschlechtern wird. Bei der Vorjahresbefragung war das Verhältnis noch umgekehrt: Damals glaubten 27 Prozent an eine Verbesserung der Konjunkturlage und 18 Prozent an einen Abschwung.

"Bei allem Optimismus der Verbraucher – die Skepsis gegenüber der Wirtschaftsentwicklung zeigt, dass unterschwellig doch eine gewisse Unsicherheit besteht", heißt es in der Studie. Immerhin seien in den "letzten Wochen und Monaten die Konjunkturprognosen mehrfach nach unten korrigiert worden. Das Augenmerk liegt offensichtlich nicht nur auf internationalen Krisen, sondern auch auf der Entwicklung in Deutschland.

Quelle: n-tv.de

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