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Hartes Ringen um LSE: Deutscher Börse droht Übernahmeschlacht

Die Fusion von Deutscher Börse und London Stock Exchange (LSE) ist alles andere als eine beschlossene Sache. Der US-Rivale Intercontinental Exchange (ICE) erwägt ein Gegengebot für die LSE. Muss die Deutsche Börse ihr Angebot erhöhen?

Die US-Börse Intercontinental Exchange (ICE) grätscht möglicherweise in die Hochzeitspläne zwischen Deutscher Börse und der London Stock Exchange (LSE). Einen entsprechenden Bericht der Agentur Bloomberg bestätigten die Amerikaner. Man wolle ein Gegengebot für die LSE prüfen, hieß es. Eine Entscheidung sei allerdings noch nicht gefallen. Auch einen Kontakt zu den Briten hat die ICE noch nicht aufgenommen, wie die US-Börse mitteilte.

Am Aktienmarkt steht nun insbesondere die Frage im Blick, ob die Deutsche Börse möglicherweise ihr Angebot für die LSE erhöhen könnte. Das wird von Beobachtern aber als nicht sehr wahrscheinlich angesehen, da die Börse finanziell mit der ICE wohl nicht mithalten könne.

Derweil will die Deutsche Börse die anvisierte Fusion mit der LSE trotz einer möglichen Gegenofferte vorantreiben. Der Konzern habe die Ankündigung eines möglichen Angebotes der US-Börse ICE für die LSE "zur Kenntnis genommen und wird eventuelle, weitere Entwicklungen intensiv beobachten", erklärte Deutschlands größter Börsenbetreiber. "Das Unternehmen führt seine Gespräche zum Zusammenschluss mit der LSE unverändert fort." Zuvor hatte bereits die LSE erklärt, dass die Diskussionen über die deutsch-britische Fusion weiter voranschreiten würden.

Gegenangebot nicht vor dem 22. März

ICE, der die weltweit bekannteste Aktienbörse, die New York Stock Exchange, gehört, lasse sich dabei unter anderem von der US-Bank Morgan Stanley beraten. Sie könnte mit einem höheren Angebot versuchen, mögliche regulatorische Bedenken der LSE-Aktionäre zu zerstreuen, hieß es in den Kreisen weiter. Ein Gegenangebot der ICE dürfte nicht vor dem 22. März vorgelegt werden. Dann läuft eine Frist nach britischem Recht aus, bis zu der die Deutsche Börse eine formale Übernahmeofferte für die LSE auf den Tisch legen muss.

Nach 2000 und 2005 ist die vor wenigen Tagen verkündete Absicht der Deutschen Börse, die LSE zu übernehmen, der dritte derartige Versuch. Aktionäre beider Konzerne sollen dabei ihre bisherigen Anteile in Papiere des neuen Unternehmens tauschen, an dem die Deutschen dann mit 54,4 Prozent der Anteile die Mehrheit hätten.

Vor vier Jahren war eine Fusion von Deutscher Börse und New York Stock Exchange geplatzt. Europas oberste Wettbewerbshüter hatten im Februar 2012 den geplanten Zusammenschluss wegen kartellrechtlicher Bedenken untersagt. Ende 2012 hatte dann die ICE zugeschlagen und die New Yorker Börse übernommen.

Quelle: n-tv.de

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