Wirtschaft
Teil des Produktionsablaufs im Autobau: Am Porsche-Standort Leipzig bekommt die Karosserie eines Macan ihre Beschichtung im Tauchbecken.
Teil des Produktionsablaufs im Autobau: Am Porsche-Standort Leipzig bekommt die Karosserie eines Macan ihre Beschichtung im Tauchbecken.(Foto: REUTERS)

"Volle Kraft voraus": Deutschland produziert mehr

Die Konjunktursignale aus dem Statistischen Bundesamt bringen die Augen der Analysten zum Leuchten. Zentrale Kennziffern zur Produktion fallen besser aus als erwartet. "Wir steuern auf ein bärenstarkes erstes Quartal zu."

Die deutschen Unternehmen haben ihren Ausstoß im Februar den vierten Monat in Folge gesteigert. Insgesamt stieg die Produktion im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt mit. Im Vorfeld befragte Ökonomen hatten mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet. Im Januar hatten die Statistiker ein Wachstum von 0,7 Prozent verzeichnet.

Die Chancen für eine Fortsetzung des aktuellen Aufwärtstrends stünden nicht schlecht, erklärten Beobachter. Die Industrieaufträge stiegen im Februar mit 0,6 Prozent ebenfalls den vierten Monat in Folge - vor allem wegen der robusten Nachfrage aus Deutschland und den anderen Euro-Staaten. "Angesichts der lebhaften Bestelltätigkeit sowie der guten Produktionszahlen in den ersten beiden Monaten des Jahres dürfte auch die Erzeugung des gesamten ersten Quartals spürbar über der des Jahresschlussquartals 2013 liegen", erklärte das Bundesamt.

"Wir steuern auf ein bärenstarkes erstes Quartal zu", bestätigte der Konjunkturexperte der Dekabank, Andreas Scheuerle. "Wenn wir alle Indikatoren zusammenfassen und für die noch ausstehenden eine Stagnation unterstellen, dann stehen wir bei einem Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent."

Begünstigt werde dies durch viele Sonderfaktoren: "Zum einen die Witterung, die Bau und Einzelhandel hilft. Zum anderen dürften die Lager wieder aufgebaut werden", erklärte Scheuerle. "Die eigentliche Dynamik ist deshalb nicht so stark, wie es das erste Quartal nahelegt. Wir werden im Frühjahr wieder in normaleres Fahrwasser geraten mit einem Wachstum von 0,4 Prozent, das für deutsche Verhältnisse immer noch ordentlich ist."

Schwächen am Bau und bei Konsumgütern

"Volle Kraft voraus", fasste ING-Analyst Carsten Brzeski seine Eindrücke zusammen. "Die deutsche Industrieproduktion setzte den positiven Trend der letzten Monate fort." Die Industrie fuhr ihre Produktion im Februar den offiziellen Angaben zufolge um 0,5 Prozent nach oben. Die Hersteller von Vorleistungsgütern wie Chemikalien meldeten dabei mit 1,3 Prozent das größte Plus.

Die Konsumgüterbranche produzierte 0,3 Prozent mehr, während die Hersteller von Investitionsgütern wie etwa Maschinen und Anlagen ihren Ausstoß um 0,2 Prozent drosselten. Im Baugewerbe gab es nach dem kräftigen Anstieg im Januar diesmal ein leichtes Minus von 0,1 Prozent. Die Energieversorger fuhren ihre Erzeugung wegen des milden Winters um 0,9 Prozent herunter.

"Das sind starke Zahlen", kommentierte Commerzbank-Volkswirt Johannes Werner die Daten. "Es zeichnet sich ab, dass die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal ordentlich zulegt. Wir halten ein Wirtschaftwachstum von 0,7 bis 0,8 Prozent für möglich. Die Aufträge signalisieren eine Fortsetzung des Aufwärtstrends in der Industrie."

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Quelle: n-tv.de

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