Wirtschaft
Die Industrie schwächelt etwas - wächst aber weiter.
Die Industrie schwächelt etwas - wächst aber weiter.(Foto: picture alliance / dpa)

Bundesbank ist optimistisch: Deutschland steht vor gutem Herbst

Nach Ansicht der Notenbanker wird die deutsche Wirtschaft nach einer kleinen Pause wieder Fahrt aufnehmen. Das signalisieren auch andere Indikatioren. Experten sprechen von einem guten Zeichen für die sich weltweit aufhellenden Aussichten. Auch die Eurozone findet zurück in die Spur.

Die Bundesbank blickt optimistisch auf die weitere Konjunkturentwicklung in Deutschland. Getrieben vom guten Konsumklima und dem geringen Preisdruck werde sich die Wirtschaft weiter erholen. Zwar habe sie zu Beginn des Sommers den Schwung aus dem Frühjahr nicht gehalten, heißt es im Monatsbericht der Bundesbank. Doch der steigende Auftragseingang in der Industrie und die "spürbare Verbesserung der Produktions- und Exporterwartungen" versprächen einen guten Herbst.

"Das außerordentlich gute Konsumklima hält an, gestützt durch den nachlassenden Preisanstieg und die insgesamt gute Arbeitsmarktlage", schreiben die Notenbanker. Von den Investitionen der Unternehmen erwarten sie indes noch keine kräftigen Impulse. Es fehlten klare Anzeichen für eine durchgreifende Belebung. Immerhin verfestigten sich aber die Hinweise auf eine Bodenbildung.

Wirtschaft bleibt auf Erholungskurs

Im zweiten Quartal 2013 hatten die Investitionen erstmals seit eineinhalb Jahren wieder angezogen: In Ausrüstungen wie Maschinen oder Fahrzeuge wurde 0,9 Prozent mehr investiert als im Vorquartal. Insgesamt stieg die deutsche Wirtschaftsleistung um 0,7 Prozent zum Auftaktquartal.

Derweil deuten die Einkaufsmanagerindizes darauf hin, dass das Wirtschaftswachstum im September dank eines kräftigen Aufschwungs im Dienstleistungssektor weiter an Dynamik gewonnen. Auch wenn sich das Tempo der Industrie leicht abschwächte, blieb die deutsche Wirtschaft zum Ende des dritten Quartals auf Erholungskurs.

Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes sank leicht auf 51,3 Zähler, wie der Datendienstleister Markit Economics mitteilte. Der Index für den Servicesektor zog dagegen auf 54,4 Punkte an und erreichte damit das höchste Niveau seit sieben Monaten.

Deutsche Unternehmen zuversichtlich

Der aggregierte Sammelindex, der auf dem Produktionsindex für das verarbeitende Gewerbe und dem Index des Dienstleistungsbereichs basiert, stieg leicht auf 53,8 Zähler. Er liegt damit den fünften Monat in Folge über der Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird. Die Ergebnisse basieren auf der monatlichen Befragung von rund 1000 Einkaufsleitern und Geschäftsführern aus Industrie und Dienstleistung in Deutschland.

"Die positiven Signale aus Deutschland sind ein maßgeblicher Faktor für die weltweit wieder optimistischeren Geschäftsaussichten - gerade jetzt, wo die Schwellenländer schwächeln", kommentierte Markit-Ökonom Tim Moore. Der neuerliche Stellenaufbau spreche dafür, dass die Geschäftsaussichten der deutschen Unternehmen von hoher Zuversicht geprägt seien.

Auch die Eurozone hat zum Ende des Sommers konjunkturell weiter zugelegt. Die Geschäfte in der Privatwirtschaft liefen im September so gut wie seit Juni 2011 nicht mehr, wie aus einer Markit-Umfrage unter mehr als 4000 Firmen hervorgeht. Der Einkaufsmanagerindex, der die Industrie und die Dienstleister zusammenfasst, stieg um 0,6 auf 52,1 Punkte. Ökonomen hatten mit einem Plus auf 51,9 Zähler gerechnet.

Vermehrt Anzeichen für Erholung

"Es mehren sich die Anzeichen dafür, dass sich die Eurozone von der längsten Rezession ihrer Geschichte weiter erholt", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Besonders erfreulich sei, dass der Aufschwung das gesamte Währungsgebiet erfasst habe.

Deutschland sei zwar weiter die Wachstumslokomotive. "Doch auch in Frankreich ging es im September erstmals seit Anfang 2012 wieder bergauf. Und auch in den übrigen Ländern stieg die Wirtschaftsleistung so deutlich wie zuletzt Anfang 2011", sagte Williamson. Bei den Dienstleistern kletterte das Barometer auf 52,1 nach 50,7 Punkten im August. In der Industrie gab es einen leichten Rückgang auf 51,1 von 51,4 Zählern.

Quelle: n-tv.de

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