Wirtschaft

4 Mrd. Dollar zahlen du musst: Disney schluckt Lucasfilm

Erst Pixar und Marvel und nun Lucasfilm: Der Disney-Konzern verleibt sich nach "Woody" und "Spider-Man" mit "Indiana Jones" und "Luke Skywalker" weitere Filmikonen ein. Analysten und Anleger feiern den milliardenschweren Coup, den Disney noch mit der Ankündigung dreier weiterer "Star Wars"-Filme versüßt.

"Darth Vader" und Mickymaus - passt das?
"Darth Vader" und Mickymaus - passt das?(Foto: picture alliance / dpa)

Die Medienbranche und Filmindustrie steht vor einer milliardenschweren Übernahme. Der Coup geht auf das Konto des Walt-Disney-Konzerns, der für 4 Mrd. Dollar Lucasfilm kaufen will und den Fans der "Star Wars"-Saga zehn Jahre nach der letzten Folge neue Filme verspricht. Damit schmückt sich der Traditionskonzern aus Hollywood mit dem Filmstudio, das Spezialeffekte in die digitale Ära brachte und eine der erfolgreichsten Filmreihen aller Zeiten hervorgebracht hat. Mit dem Kauf sichert sich Disney auch die Lizenzrechte an "Indiana Jones".

Disney-Chef Bob Iger kündigte an, ab 2015 sollen mindestens drei neue "Star Wars"-Filme herauskommen. Bislang gibt es sechs Episoden, die bislang letzte Folge "Die Rache der Sith" stammt aus dem Jahr 2005.

"Genau das richtige neue Zuhause"

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Der mittlerweile 68-jährige Regisseur, Filmproduzent und Unternehmer George Lucas - eine Ikone der Branche - hatte in der Vergangenheit Pläne für neue "Star Wars"-Filme stets dementiert. Zumindest will er Disney nun als Kreativberater zur Seite stehen. "Es ist nun an der Zeit, dass ich 'Star Wars' an eine neue Generation von Filmemachern weiterreiche", sagte Lucas. Der Filmemacher wird mit einem Anteil von 2,2 Prozent größter Einzelaktionär von Disney, in den Verwaltungsrat wird er aber nicht einziehen. "Ich wollte die Firma wirklich in ein größeres Ganzes hinein geben, das es schützen kann", sagte Lucas. Disney sei genau das richtige neue Zuhause für Lucasfilm.

Lucasfilm mit Sitz im kalifornischen San Francisco produzierte ferner die "Indiana Jones"-Tetralogie, deren Rechte Disney ebenfalls mit erwirbt. Der Kaufpreis für Lucasfilm soll teils bar, teils in Aktien bezahlt werden. Dazu kündigte Disney die Ausgabe von rund 40 Millionen neuen Anteilsscheinen an, die die Firma über die kommenden zwei Jahre über den Markt wieder zurückkaufen will.

Umfassendes Medienkonglomerat

Für Disney ist es der dritte große Kauf von Marken in sieben Jahren: Der Unterhaltungsriese hat sich zunehmend darauf spezialisiert, bekannte Figuren und Namen ins Portfolio zu holen, die über verschiedene Kanäle - sei es Fernsehen, Film, Freizeitparks oder Internet - vermarktet werden können. Anfang 2006 hatte Disney sich den "Toy-Story"-Macher Pixar einverleibt, im Sommer 2009 dann den Comicverlag Marvel. Auch Pixar geht auf Lucas zurück - er hat den Experten für Animationsfilme geschaffen, die Firma jedoch für wenig Geld an den früheren Apple -Chef Steve Jobs verkauft. Erst unter Jobs erlebte Pixar seine Blüte.

Experten begrüßten den Schritt. "Aus einer etablierten Gruppe von Dauerbrenner-Figuren und -Lizenzen wird ein Medienkonglomerat mit Vertriebsmöglichkeiten wie keine andere", sagte Analyst Brett Harriss von Gabelli & Co Experte. Kollege Sean McGowan von Needham & Co unterstrich die Einnahmemöglichkeiten durch den boomenden Verkauf von "Star Wars"-Spielzeug durch Anbieter wie Hasbro und Lego. Aus dem Verkauf von Darth-Vader-Figuren und anderen "Star Wars"-Artikeln kamen zuletzt pro Jahr nach Angaben von Disney rund 215 Mio. Dollar zusammen.

Die ersten Gespräche zwischen Iger und Lucas fanden den Angaben nach bereits vor 18 Monaten statt. Lucas dachte über seinen Ruhestand nach und Disney suchte nach neuen Marken für das Unterhaltungsimperium. Am Dienstag wurde der Deal in der Firmenzentrale von Disney im kalifornischen Burbank unterzeichnet.

"Episode 7" - der Countdown läuft

Seit Jahren träumen Fans von einer Fortsetzung von "Star Wars" - nun soll es gleich drei neue "Episoden" geben. Langfristig kann sich Disney-Chef Iger einen neuen Film alle zwei bis drei Jahre vorstellen. Doch die Ankündigung löste bei der Fangemeinde auch gemischte Gefühle aus. "Die Serie stagnierte, was das Kreative anging. Es könnte gutgehen oder auch nicht", sagte ein Facebook-Nutzer. Andere sagten, es sei das Beste überhaupt gewesen, Lucas die Geschicke quasi aus der Hand zu nehmen.

Seit dem Kinostart des ersten "Krieg der Sterne"-Films im Jahr 1977 belaufen sich die weltweiten Einnahmen aus Ticketverkäufen für die Filmreihe auf rund 4,4 Mrd. Dollar. Nur "Harry Potter" und "James Bond" waren noch erfolgreicher.

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Quelle: n-tv.de

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