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Der erste Milliardär der Hip-Hop-Szene? Dr. Dre (l.) könnte mit seinen Kopfhörern Musikgeschichte schreiben.
Der erste Milliardär der Hip-Hop-Szene? Dr. Dre (l.) könnte mit seinen Kopfhörern Musikgeschichte schreiben.(Foto: REUTERS)

Rapper überrumpelt Apple: Dr. Dre verrät den Kopfhörer-Deal

Wie gut kann ein Rapper ein Geheimnis hüten? Während Apple noch zu den Gerüchten um eine Beats-Übernahme schweigt, erklärt sich der Mitgründer der Kopfhörerfirma bereits öffentlich zum Milliardär. Bringt Dr. Dre das Geschäft damit in Gefahr?

Die Freude ist riesig, die Ansage eindeutig: "Ich bin der erste Milliardär im Hip-Hop-Geschäft", verkündete Dr. Dre aufgeregt in einem Video, das sein Kumpel Tyrese Gibson bei Facebook veröffentlichte - und das über Stunden frei zugänglich war. Dr. Dre ist Mitgründer von Beats Electronics und damit an jenem Kopfhörer-Hersteller beteiligt, der Medienberichten zufolge kurz vor einer spektakulären Übernahme durch den kalifornischen Kultkonzern Apple steht.

Für Apple ist die Ansage von Rapper Dr. Dre mehr als nur unangenehm: Als börsennotierter Konzern muss sich ein möglicher Käufer bei der Veröffentlichung von kursrelevanten Informationen an strenge Vorgaben halten. Bei dem Geschäft geht es Insidern zufolge um eine Summe von 3,2 Milliarden Dollar. Es wäre für Apple der bislang größte Firmeneinkauf in der Unternehmensgeschichte. Bislang hat sich der Konzern noch nicht zu den Spekulationen geäußert.

Zu früh gefreut?

Verstöße gegen etwaige Informationspflichten werden von der US-Börsenaufsicht streng geahndet. Daneben drohen zivilrechtliche Schritte enttäuschter und überrumpelter Aktionäre. Erste Gerüchte über den milliardenschweren Kauf waren am Vorabend nach US-Börsenschluss aufgekommen. Mit ersten Marktreaktionen rechnen Beobachter nach dem Handelsstart an der Wall Street. Womöglich wird das Unternehmen allerdings noch bis zum Wochenschluss abwarten, bevor es seine Pläne offiziell kommentiert.

Bis zum frühen Morgen (Ortszeit US-Ostküste) online und für alle Welt sichtbar: "Dr. Dre" feiert bei Facebook den Milliardendeal - und bekommt für das Video 46.000 "Likes".
Bis zum frühen Morgen (Ortszeit US-Ostküste) online und für alle Welt sichtbar: "Dr. Dre" feiert bei Facebook den Milliardendeal - und bekommt für das Video 46.000 "Likes".

In der Szene gilt der Milliardendeal jedoch bereits als ausgemachte Sache. Wie in dem Video zu sehen war, wurde im Studio bei Dr. Dre bereits ausgelassen gefeiert. "Beats Headphones haben gerade den Hip-Hop verändert", teilte der populäre Musiker und Schauspieler mit. Das Video selbst ist mittlerweile offline - nachdem es für mehrere Stunden für alle Welt zu sehen war.

3,2 Milliarden Dollar

In den Begleitinformationen zum Facebook-Clip ließ Gibson wenig Raum für Zweifel: Seinen Angaben zufolge stammt das Video aus der Nacht, in der der 3,2 Milliarden Dollar schwere Deal mit Apple bekanntgeworden sei.

Wenn die Angaben stimmen - und der Deal tatsächlich zustande kommt -, dann dürfte Dr. Dre zu den Hauptprofiteuren zählen. Womöglich wäre er tatsächlich der erste Hip-Hop-Künstler, der mit seinen Einnahmen die Milliardengrenze knackt. Das von Dr. Dre und dem Musik-Produzenten Jimmy Iovine gegründete Unternehmen ist für seine farbigen Kopfhörer mit dem auffälligen "b" bekannt. Die Geräte sind trotz ihres vergleichsweise hohen Preises von fast 200 Euro auch hierzulande in den vergangenen Jahren immer populärer geworden.

Geheimnisse der Apple-Strategie

Dabei haben sie sich im Terrain der deutschen Traditionsunternehmen Sennheiser und Beyerdynamic sowie ihrem österreichischen Rivalen AKG breitgemacht. Deren Produkte halten viele Experten für technisch überlegen. Die Beats-Kopfhörer gelten aufgrund ihrer Basslastigkeit und ihres markanten Designs eher als Mode-Erscheinung.

Was also will Apple mit Beats? Branchenkenner gehen davon aus, dass es Apple gar nicht so sehr auf die bunten Kopfhörer abgesehen haben könnte, sondern vor allem auf den rasant wachsenden Markt für Musik-Streaming-Dienste aus dem Internet. Hier hat Apple bislang das Nachsehen. Beats ging Anfang des Jahres mit einem allseits hochgelobten Dienst an den Start.

Quelle: n-tv.de

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