Wirtschaft
Da sage einer, eine Kuh sei wie die andere ...
Da sage einer, eine Kuh sei wie die andere ...(Foto: picture alliance / dpa)

"Paula" hin, "Flecki" her: Dr. Oetker verliert Puddingstreit

Dr. Oetkers Kinderpudding-Kuh "Paula" wird die Aldi-Rivalin "Flecki" neben sich dulden müssen. Denn für ein Verbot, wie der Lebensmittelriese es fordert, sehen die Juristen weiterhin keinen Anlass. Sowohl beim Geschmack als auch beim Herstellungsverfahren gibt es keine Verwechslungsgefahr, stellen die Juristen nach eingehender Prüfung fest.

Aldi darf weiter mit "Flecki" werben. Im Streit über den Fleckenpudding "Paula" hat Dr. Oetker die dritte juristische Niederlage eingesteckt. Das Landgericht Düsseldorf wies einen Verbotsantrag von Dr. Oetker gegen die bayerische Molkerei Gropper zurück.

Der Pudding "Flecki", den Gropper für den Discounter Aldi Süd herstellt, verletze nicht das technische Patent von Dr. Oetker, entschieden die Richter. Auch wenn das Produkt sich ähnele, das Herstellungsverfahren unterscheide sich gravierend. Zuvor war Dr. Oetker bereits in zwei Instanzen mit der Forderung nach einem Verkaufsverbot von "Flecki" gescheitert. Damals hatte sich Dr. Oetker auf das sogenannte Geschmacksmusterrecht berufen. (Az.: 4b O 141/12)

Dr. Oetkers Erfolgspudding "Paula" wird mit einer Comic-Kuh mit Sonnenbrille seit 2006 vermarktet. Im breiten Angebot der Kinderfertig-Desserts soll sie einen beachtlichen Marktanteil von 10,5 Prozent haben. Flecki" wird von Aldi Süd seit dem vergangenen Jahr ebenfalls mit einer Comic-Kuh vermarktet, die statt Sonnenbrille Blümchen und Kuhglocke trägt. Beide Produkte bestehen jeweils aus Schoko- und Vanillepudding.

In der Urteilsbegründung des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom Juni hieß es, die "Flecki"-Flecken seien im Gegensatz zu den "Paula"-Flecken "ohne aufsteigende Bewegung und ohne Dynamik". Außerdem sei die obere Schicht des Aldi-Puddings einfarbig, die des Oetker-Produkts durch die spiralförmige Drehbewegung kunstvoll gezeichnet. Der Oetker-Pudding zeichne sich durch einen "ästhetischen Mehrwert" aus, grenze sich dadurch aber auch von "Flecki" ab.

Das Richter-Lob schmeckte dem Oetker-Anwalt offenbar nicht. Im Geschmacksstreit streckte der Konzern zwar die Waffen, aber beim Herstellungsverfahren ging er in Berufung. Diesmal wegen Verletzung des technischen Patents.

Quelle: n-tv.de

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