Wirtschaft
Dunkle Rüstungsgeschäfte mit Griechenland? Der Druck auf den deutschen Waffenlieferanten Rheinmetall wächst. Hier eine Panzerhaubitze 2000 (PZH 2000) während einer Bundeswehrübung.
Dunkle Rüstungsgeschäfte mit Griechenland? Der Druck auf den deutschen Waffenlieferanten Rheinmetall wächst. Hier eine Panzerhaubitze 2000 (PZH 2000) während einer Bundeswehrübung.(Foto: picture alliance / dpa)

Schmiergelddeals in Griechenland: Druck auf deutsche Rüstungsfirmen wächst

Die Schmiergeldvorwürfe gegen deutsche Firmen erhärten sich. Mittelsmänner in Griechenland liefern Namen von deutschen Geschäftsleuten, die in die Bestechungsfälle verwickelt sein sollen. Für die Firmen Atlas, Rheinmetall und KMW wird die Luft dünner.

In der Affäre um mutmaßliche Korruption in Griechenland für Rüstungsaufträge steigt der Druck auf die verdächtigen deutschen Firmen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" nannten die geständigen Mittelsmänner in Athen der dortigen Staatsanwaltschaft jetzt die Namen von sechs deutschen Geschäftsleuten aus drei Unternehmen, die auf Schmiergeldzahlungen an griechische Amtsträger gedrängt oder zumindest davon gewusst haben sollen.

Einige der deutschen Geschäftsleute sollen sich dem Bericht zufolge auch persönlich bereichert haben. Das hätten die Mittelsmänner Panos Efstathiou und Dimitrios Papachristou bei ihren Verhören ausgesagt, berichtete die Zeitung in ihrer Online-Ausgabe. Der Unternehmer Papachristou war am Vortag nach einer mehrstündigen Aussage verhaftet worden.

Der ehemalige Mitarbeiter des deutschen Waffenbauers Krauss-Maffei Wegmann (KMW) soll den früheren Vizeleiter des griechischen Direktorats für Rüstungsbeschaffungen, Antonis Kantas, mit 750.000 Euro bestochen haben. Kantas sollte für diese Summe keine Schwierigkeiten machen beim Kauf von 24 Panzerhaubitzen PZH 2000 durch die griechische Armee. Dies hatte Kantas vergangene Woche gestanden.

Drei Firmen, drei Geschäfte

Verwickelt in die Korruptionsaffäre sind dem Bericht zufolge die Firmen Atlas, Rheinmetall und Wegmann, eines der beiden Vorgängerunternehmen von Krauss-Maffei Wegmann (KMW). Es gehe um drei Geschäfte: Die Modernisierung von U-Booten der Klasse Poseidon, die vor Jahrzehnten aus Deutschland nach Athen verkauft worden waren, die Lieferung des Flugabwehrsystems Asrad durch Rheinmetall sowie des besagten Artilleriesystems PZH 2000 durch Wegmann.

Rheinmetall erklärte dem "SZ"-Bericht zufolge, das Unternehmen habe keine unzulässigen Zahlungen veranlasst. Die Atlas Elektronik aus Bremen sagte, sie kooperiere "vollumfänglich" mit den Behörden und untersuche die Vorwürfe auch selbst. KMW äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen gegen das Vorgängerunternehmen Wegmann.

Efstathiou sagte der Athener Staatsanwaltschaft laut "SZ", fünf von ihm namentlich genannte deutsche Geschäftsleute bei Atlas beziehungsweise Rheinmetall hätten von Schmiergeldzahlungen gewusst und sogar darauf gedrängt. Zwei Geschäftsleute hätten so den Poseidon-Auftrag sichern wollen, drei den Asrad-Auftrag. Außerdem hätten mehrere Atlas-Manager von den Deals persönlich profitiert.

Griechenland hatte im vergangenen Jahrzehnt gemessen an seiner Wirtschaftsleistung die höchsten Rüstungsausgaben in der Europäischen Union. Sie sind auch ein Grund für die Verschuldung des Euro-Landes, das mit zwei internationalen Hilfspaketen vor der Pleite bewahrt wurde.

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Quelle: n-tv.de

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