Fusionspläne noch nicht begraben: EADS ist weiter auf Brautschau
Die geplante Fusion von EADS und BAE scheitert am Widerstand der Regierungen, dennoch will der Konzern weiter nach passenden Partnern Ausschau halten. Denn weil Europa seine Verteidigungsausgaben kürzt, schwächelt die EADS-Rüstungssparte s– der Konzern braucht dringend Zugang zu neuen Märkten.
Der Airbus-MutterkonzernEADS hält nach dem Scheitern der geplanten Fusion mit der britischen RüstungsschmiedeBAE Systems Ausschau nach anderen Partnern. "Wir werden sicher darüber sprechen,ob Zukäufe und Fusionen in einzelnen Märkten möglich sind. Die USA stehen als größterMarkt dabei nach wie vor in unserem Fokus", sagte EADS-Finanzchef Harald Wilhelmder Tageszeitung "Die Welt". Die Fusion mit BAE Systems war im Oktoberam Widerstand aus Berlin, Paris und London gescheitert.
EADS will seine kriselndeVerteidigungssparte, die unter den Haushaltskürzungen in Europa leidet, internationaleraufstellen und ausbauen, um weniger von den Schwankungen im zivilen Luftfahrtgeschäftabhängig zu sein. Bei der Rüstungssparte bestehe zwar "kein unmittelbarer Handlungsbedarf",laufende Programme stünden nicht unmittelbar auf dem Prüfstand, sagte Wilhelm. Abermit organischem Wachstum allein sei das Ziel kaum zu erreichen. Angesichts der Widerständegegen die BAE-Fusion "müssen wir schauen, was realistisch ist", sagteder EADS-Vorstand.
Durch die Fusion von BAEund EADS wäre der weltweit größte Luft- und Raumfahrtkonzern entstanden. Sie scheiterteAnfang Oktober am Streit zwischen den an den Unternehmen beteiligten Regierungenüber die künftigen Anteile. EADS-Chef Tom Enders kündigte daraufhin eine Überprüfungder Konzernstrategie an.
Quelle: n-tv.de

