Wirtschaft
EADS-Chef Tom Enders: Der Rüstungskonzern sucht auch nach der gescheiterten Fusion mit BAE weiter nach Partnern.
EADS-Chef Tom Enders: Der Rüstungskonzern sucht auch nach der gescheiterten Fusion mit BAE weiter nach Partnern.(Foto: picture alliance / dpa)

Fusionspläne noch nicht begraben: EADS ist weiter auf Brautschau

Die geplante Fusion von EADS und BAE scheitert am Widerstand der Regierungen, dennoch will der Konzern weiter nach passenden Partnern Ausschau halten. Denn weil Europa seine Verteidigungsausgaben kürzt, schwächelt die EADS-Rüstungssparte s– der Konzern braucht dringend Zugang zu neuen Märkten.

Der Airbus-Mutterkonzern EADS hält nach dem Scheitern der geplanten Fusion mit der britischen Rüstungsschmiede BAE Systems Ausschau nach anderen Partnern. "Wir werden sicher darüber sprechen, ob Zukäufe und Fusionen in einzelnen Märkten möglich sind. Die USA stehen als größter Markt dabei nach wie vor in unserem Fokus", sagte EADS-Finanzchef Harald Wilhelm der Tageszeitung "Die Welt". Die Fusion mit BAE Systems war im Oktober am Widerstand aus Berlin, Paris und London gescheitert.

EADS will seine kriselnde Verteidigungssparte, die unter den Haushaltskürzungen in Europa leidet, internationaler aufstellen und ausbauen, um weniger von den Schwankungen im zivilen Luftfahrtgeschäft abhängig zu sein. Bei der Rüstungssparte bestehe zwar "kein unmittelbarer Handlungsbedarf", laufende Programme stünden nicht unmittelbar auf dem Prüfstand, sagte Wilhelm. Aber mit organischem Wachstum allein sei das Ziel kaum zu erreichen. Angesichts der Widerstände gegen die BAE-Fusion "müssen wir schauen, was realistisch ist", sagte der EADS-Vorstand.

Durch die Fusion von BAE und EADS wäre der weltweit größte Luft- und Raumfahrtkonzern entstanden. Sie scheiterte Anfang Oktober am Streit zwischen den an den Unternehmen beteiligten Regierungen über die künftigen Anteile. EADS-Chef Tom Enders kündigte daraufhin eine Überprüfung der Konzernstrategie an.

Quelle: n-tv.de

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