Wirtschaft
Seit den 1990er Jahren hatte der Streit um südamerikanische Bananen in deutschen Supermärkten die WTO beschäftigt.
Seit den 1990er Jahren hatte der Streit um südamerikanische Bananen in deutschen Supermärkten die WTO beschäftigt.(Foto: picture-alliance / dpa)

Mehr krumme Dinger aus Südamerika: EU beendet Bananenstreit

Seit zwei Jahrzehnten streiten die EU und südamerikanische Länder um die Einfuhr von Bananen nach Europa. Nun beenden beide Seiten ihren Zwist vor der WTO – und schließen damit einen der längsten Handelskonflikte seit dem Zweiten Weltkrieg. An Bananen dürfte es in Europa nun so bald nicht mehr mangeln.

Der seit zwei Jahrzehnten andauernde Streit um den Handel mit Bananen aus Südamerika ist nach Angaben der Welthandelsorganisation (WTO) beigelegt. Die EU und elf lateinamerikanische Staaten unterzeichneten am Donnerstag am WTO-Sitz in Genf eine Erklärung, mit der die dort anhängigen Klagen zurückgenommen werden. Demnach fallen die Zölle für die Einfuhr südamerikanischer Bananen nach Europa von derzeit 136 Euro je Tonne auf 114 Euro im Jahr 2017. "Das ist ein historischer Moment", wurde WTO-Generaldirektor Pascal Lamy zitiert.

Seit Anfang der 1990er Jahre hatten südamerikanische Länder gegen die EU-Bestimmungen zu Bananenimporten gekämpft, die nach ihrer Ansicht die Einfuhr der Früchte aus Afrika oder der Karibik bevorzugten. Nachdem die WTO im Sinne der lateinamerikanischen Exporteure entschieden hatte, dauerte es mehrere Jahre, bis sich 2009 beide Seiten unter Beteiligung der USA grundsätzlich einigten. Das Abkommen tritt nun in Kraft.

Mit dem Dokument werde ein Störfaktor beseitigt, der die Beziehungen zwischen der EU und den lateinamerikanischen Partnern 15 Jahre lang belastet habe, sagte der EU-Botschafter bei der WTO, Angelos Pangratis. Die EU und die elf Staaten hatten ihre Handelsstreitigkeiten im Grundsatz bereits 2009 beigelegt. Brüssel erklärte sich in einem damals geschlossenen Abkommen bereit, die Importgebühren von 176 auf 114 Euro pro Tonne zu senken. Die elf lateinamerikanischen Staaten - darunter Costa Rica, Ecuador und Brasilien - sagten daraufhin zu, ihre Klagen gegen die EU vor der WTO einzustellen.

Der Bananenstreit war nach Angaben der WTO einer der längsten Handelskonflikte seit dem Zweiten Weltkrieg. Die EU hatte 1992 die Zölle für Bananen erhöht und Importbeschränkungen erlassen, fünf lateinamerikanische Länder klagten dagegen. Die WTO entschied für die Lateinamerikaner und erlaubte den USA und Ecuador millionenschwere Sanktionen als Vergeltung.

Quelle: n-tv.de

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