Wirtschaft
Möglicherweise wird die Bilanzausweitung schon im Januar festgezurrt.
Möglicherweise wird die Bilanzausweitung schon im Januar festgezurrt.(Foto: REUTERS)

Widerstand aus Deutschland: EZB könnte Bilanz um eine Billion ausweiten

Die EZB denkt darüber nach, ihre Bilanz kräftig aufblähen. Einem Zeitungsbericht zufolge haben es die Notenbanker vor allem auf Hoch-Risiko-Papiere abgesehen.

Im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) ist in dieser Woche einem Zeitungsbericht zufolge über größere Anleihekäufe gesprochen worden als bislang bekannt. Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge, sprachen sich bei den zweitägigen Beratungen einige Befürworter einer sogenannten Quantitativen Lockerung für ein Volumen von mehr als 1000 Milliarden Euro aus. "Es ging um mehr als die eine Billion Bilanzausweitung, die bislang öffentlich ist", sagte ein Eurosystem-Insider der Zeitung. Derzeit beträgt die EZB-Bilanz 2,05 Billionen Euro - nach einer Ausweitung würde sie mehr als 3 Billionen Euro umfassen.

Die Befürworter des Anleihekaufes hätten darauf gedrängt, schon während der nächsten geldpolitischen Sitzung des EZB-Rats am 22. Januar 2015 das Kaufprogramm zu beschließen. Dagegen gibt es allerdings Widerstände. Schon die Festlegung auf eine Bilanzzielausweitung war im EZB-Rat heftig umstritten. Neben Bundesbank-Präsident Jens Weidmann haben sich demnach gleich drei Mitglieder des EZB-Direktoriums, des sechsköpfigen Führungsgremiums der Notenbank, dagegen gewehrt.

Wie die Zeitung berichtete, könnte die EZB besonders riskante Papiere aus Krisenstaaten überproportional kaufen. Ursprünglich hatte EZB-Vizepräsident Vitor Constancio vorgeschlagen, Staatsanleihen aller Euro-Länder entsprechend der EZB-Kapitalquoten der Euro-Länder zu kaufen. Dies hätte geheißen, dass am meisten deutsche Anleihen, dann französische und an dritten Stelle italienische Staatsanleihen gekauft würden.

Im EZB-Rat habe es aber vermehrt Stimmen gegeben, die für eine Konzentration auf Papiere mit höheren Risikoaufschlägen gegenüber deutschen Bundesanleihen plädieren. Das hieße, dass die Zentralbank den größten Anteil an italienischen Papieren kaufen würde, die höhere Zinsen, aber wegen der hohen Verschuldung und Wirtschaftskrise Italiens auch ein größeres Risiko tragen.

Quelle: n-tv.de

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