Wirtschaft
Video

Umsatzprognose gekappt, Aktie fällt: Ebay kassiert weiteren Nackenschlag

Erst der Hackerangriff, jetzt das: Ebay kann mit seinen Quartalszahlen an der Börse nicht überzeugen. Zwar zeigt sich der Bezahldienst PayPal weiterhin stark, er soll aber abgespalten werden. Das daraus resultierende Wachstumsproblem trifft Ebay schon jetzt.

Der Online-Händler Ebay geht im anstehenden Feiertagsquartal von einem schwächeren Geschäft als bislang erwartet aus. Der US-Konzern kassierte nach US-Börsenschluss zudem seine Prognose für den Gesamtjahresumsatz. Als Gründe gab das Management die Auswirkungen des gestiegenen Dollar-Kurses sowie ein schwächer als erwartet ausfallendes Wachstum der Sparte Marketplaces an. Ebay-Aktien gaben nachbörslich rund drei Prozent ab.

Für das vierte Quartal geht Ebay nun von einem Umsatz von weniger als fünf Milliarden Dollar aus. An der Wall Street wurde dagegen mit 5,2 Milliarden Dollar gerechnet.

Hackerangriff wirkt nach

Video

Der Gesamtjahresumsatz dürfte den neuen Angaben zufolge zwischen 17,85 Milliarden und 17,95 Milliarden Dollar liegen. Bislang hatte Ebay mit 18 bis 18,3 Milliarden Dollar gerechnet. Im dritten Quartal traf Ebay mit einem Gewinn je Aktie von 68 Cent in etwa die Erwartungen der Analysten. Im Schlussquartal rechnet das Unternehmen nun mit 88 bis 91 Cent je Aktie, Analysten hatten 91 Cent angenommen.

Die Marketplaces-Sparte, die rund die Hälfte des Ebay-Quartalsumsatzes ausmachte, leidet immer noch an den Folgen eines Hackerangriffs. Im Mai mussten Ebay-Kunden weltweit ihre Passwörter ändern. Um die negativen Einflüsse auf das Ergebnis zur stoppen, tritt eBay nach Angaben des Managements derzeit auf die Kostenbremse und erhöht die Ausgaben für das Marketing.

Ein Trumpf weniger

Der Trumpf unterm Konzerndach heißt PayPal. Die Bezahlsparte wartete mit einem Umsatzanstieg von 20 Prozent auf 1,95 Milliarden Dollar auf. "PayPal hatte ein weiteres starkes Quartal", sagte Ebay-Chef John Donahoe.Doch die Bezahltochter wird im nächsten Jahr flügge. Der Konzern hatte jüngst bekanntgegeben, die Tochter im nächsten Jahr an die Börse zu bringen. Ohne seinen wichtigsten Umsatzbringer steht das Unternehmen vor einer ungewissen Zukunft. 

Konzernchef Donahoe demonstrierte Zuversicht und betonte, dass beide Unternehmen im sich rasch wandelnden Markt für Internethandel und mobiles Bezahlen alleine am meisten profitieren würden. Vor Kurzem hatte das noch anders geklungen.

Als der einflussreiche Großinvestor Carl Icahn Anfang des Jahres eine Kampagne zur Abspaltung von PayPal startete, stemmte sich vor allem Donahoe vehement dagegen. Vor zwei Wochen gab Ebay dann die Trennung bekannt. Icahn triumphierte und Donahoe wird seinen Chefposten bald abgeben müssen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen