Wirtschaft
Die Ebay-Deutschlandzentrale in Kleinmachnow in Brandenburg.
Die Ebay-Deutschlandzentrale in Kleinmachnow in Brandenburg.(Foto: imago stock&people)

Mehr Abspaltungen: Ebay wird zum Übernahmekandidaten

Nachdem sich Ebay von dem Bezahldienst Paypal trennt, wird nun bekannt, dass noch ein weiterer Geschäftsbereich abgespalten werden soll. Teile des Konzerns könnten dann wesentlich leichter übernommen werden - womöglich von Konkurrenten.

Ebay wird womöglich noch stärker zerlegt als ohnehin schon geplant. Der Online-Händler teilte mit, einen Verkauf oder Börsengang der Sparte Enterprise zu prüfen. Diese ist auf die Entwicklung und den Betrieb von Onlineshops für Unternehmenskunden spezialisiert und wurde von Ebay vor vier Jahren für 2,4 Milliarden US-Dollar übernommen.

Bekannt ist bereits, dass der rasant wachsende Bezahldienst Paypal abgespalten werden soll. Damit können die einzelnen Teile des US-Konzerns leichter übernommen werden - und auf Sicht der Aktionäre bessere Preise erzielen. Die Ebay-Aktie verteuerte sich in Frankfurt um 3,7 Prozent.

Als mögliche Interessenten gelten an der Börse Amazon, der chinesische Online-Händler Alibaba sowie Google. Auch Einzelhändler wie Wal-Mart haben zuletzt viel Geld in den Ausbau des Internetgeschäfts und die Zahlungsabwicklung gesteckt. Ebay-Chef John Donahoe, der lange gegen Forderungen von Aktionären nach einer Aufspaltung gekämpft hatte, sagte, jeder Bereich habe nun die größtmögliche Flexibilität.

2400 Stellen werden gestrichen

Mit dem umtriebigen Großaktionär Carl Icahn, der besonders laut auf die Paypal-Abspaltung gedrungen hatte, traf Ebay zudem eine Art "Stillhalteabkommen". Dieses sieht vor, dass Investoren bei dem Bezahldienst ein größeres Mitspracherecht bekommen, sobald dieser an die Börse gebracht ist. Das soll in der zweiten Jahreshälfte geschehen. Icahn teilte mit, sollte es ein Übernahmeangebot geben, müssten die Aktionäre darüber entscheiden - und nicht der Vorstand.

Um die Kosten zu senken, will Ebay 2400 Stellen streichen - sieben Prozent der gesamten Belegschaft. Die Jobs sollen im laufenden Quartal wegfallen. Analysten zufolge kann das Unternehmen dadurch für mögliche Käufer attraktiver werden. Kurzfristig dürfte der Stellenabbau aber zu Sonderkosten führen. Dafür veranschlagte Ebay zwischen 210 und 240 Millionen Dollar im ersten Quartal und 350 bis 400 Millionen im Gesamtjahr. Für das erste Vierteljahr 2015 stellte der Konzern zudem einen Gewinn je Aktie von 68 bis 71 Cent in Aussicht und einen Umsatz in Höhe von 4,35 bis 4,45 Milliarden Dollar. Analysten hatten in beiden Fällen bislang mit mehr gerechnet.

Im abgelaufenen Quartal stieg der Überschuss um zehn Prozent auf 936 Millionen Dollar. Gewinntreiber war erneut der Bezahldienst Paypal, über den Internetnutzer ihre Online Einkäufe abwickeln können. Die Erlöse kletterten um neun Prozent auf 4,92 Milliarden Dollar.

Quelle: n-tv.de

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