Wirtschaft
Das Weihnachtsgeschäft lief für die Einzelhändler schlechter als erhofft.
Das Weihnachtsgeschäft lief für die Einzelhändler schlechter als erhofft.(Foto: picture alliance / dpa)

Mieses Weihnachtsgeschäft: Einzelhandel erlebt böse Bescherung

Herber Rückschlag für die deutschen Einzelhändler: Ausgerechnet im wichtigen Monat Dezember fallen die Umsätze kräftig. Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt vor knapp vier Jahren. "Das ist eine negative Überraschung", sagt ein Ökonom.

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Der deutsche Einzelhandel hat zum Jahresende 2013 einen Dämpfer hinnehmen müssen. Im Dezember hatte er 2,3 Prozent weniger in den Kassen als im Vormonat. "Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt im Januar 2009", teilte das Statistische Bundesamt mit. Ökonomen hatten einen auf Monatssicht unveränderten Umsatz erwartet.

Preisbereinigt fiel das Minus mit 2,5 Prozent sogar noch größer aus. Im November war der Umsatz preisbereinigt noch um 0,9 Prozent gestiegen. Auch im Vergleich zum Dezember 2012 liefen die Geschäfte schlecht: Die Umsätze fielen real um 2,4 Prozent und nominal um 1,4 Prozent. Dabei war der Rückgang bei Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf besonders stark. Hier könnte die Pleite der Baumärkte Praktiker und Max Bahr eine Rolle gespielt haben. Den größten Zuwachs gab es in Apotheken sowie mit kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten.

Widersprüchliche Signale

"Das ist eine negative Überraschung. Das könnte das Wirtschaftswachstum im vierten Quartal belastet haben", sagte HSBC-Volkswirt Thomas Amend. "Wir bleiben aber für das neue Jahr optimistisch. Der Konsum wird einer der Wachstumsträger 2014 sein."

"Der starke Rückgang steht in großem Widerspruch zu allen anderen Belegen für den deutschen Konsumaufschwung, so dass es möglicherweise eine deutliche Revision geben wird", so Christian Schulz von der Berenberg Bank.

Hinweise auf einen schlechten Jahresausklang kamen aber auch von den Unternehmen. Der Handelsriese Metro, zu dem Media Markt, Saturn und Real gehören, beklagte ein "verhaltenes Weihnachtsgeschäft". Der angeschlagene Warenhauskonzern Karstadt fuhr von Oktober bis Dezember ein Umsatzminus ein. Die Warenhauskette Strauss Innovation leitete diese Woche ein Schutzschirmverfahren ein, um eine Insolvenz abzuwenden. Selbst beim weltgrößten Online-Händler Amazon lief das Weihnachtsgeschäft außerhalb der USA nicht so gut wie erwartet.

Verband setzt auf Optimismus

Der Branchenverband HDE gab sich dennoch uversichtlich. Ein Boom beim Online-Shopping und das Geschäft mit Lebensmitteln werde dem deutschen Einzelhandel auch 2014 ein Umsatzplus bringen. Der Verband rechnet nach mit einem Zuwachs von 1,5 Prozent. Für das vergangene Jahr meldete er 1,1 Prozent mehr Geld in den Kassen der Einzelhändler.

Besonders gut gehen demnach Bio- und Fair-Trade-Lebensmittel. "Viele Kunden sind bereit, mehr Geld für Qualität und Service auszugeben", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth laut Mitteilung. Im Online-Handel rechnet der Verband 2014 mit 17 Prozent Wachstum.

Der Einzelhandel macht rund 25 Prozent des privaten Konsums in Deutschland aus. In den beiden letzten Monaten des Jahres machen die Geschäfte hierzulande ein Fünftel ihres Jahresumsatzes. Bei Spielwarenhändlern sind es sogar fast 30 Prozent, im Buchhandel rund ein Viertel.

Quelle: n-tv.de

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