Wirtschaft
Bühne frei für Elon Musk: Für seine Fans hat er ein bisschen was von Steve Jobs und ein bisschen was von Iron Man.
Bühne frei für Elon Musk: Für seine Fans hat er ein bisschen was von Steve Jobs und ein bisschen was von Iron Man.(Foto: REUTERS)

Batterien für den Hausgebrauch: Tesla-Chef steigt in Stromspeicherung ein

Von Diana Dittmer

Er mag Raumschiffe, Elektroautos und er greift nach dem Mars. Visionär und Revolutionär Elon Musk ist nicht zu stoppen. Sein neuester Coup sind stationäre Batteriespeicher für Privathaushalte.

Hunderte Smartphones sind auf den Elektroautovisionär und Revolutionär der Stromversorgung Elon Musk gerichtet. Es herrscht Partystimmung in einer Halle auf dem Tesla-Gelände im Silicon Valley. Ein kleiner Schritt auf die Bühne könnte ein großer für die Menschheit werden - so was in der Art erhoffen sich seine Fans. Musk versteht es, sich in Szene zu setzen. Sein neuester Coup: leistungsstarke Batterien für den kleinen Markt - für Häuser und Geschäfte. Seine Pläne hat er am Donnerstagabend medienwirksam präsentiert.

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Der US-Elektroautohersteller ist auf der Suche nach neuen Erlösquellen. Mit Batterien für Elektroautos verdient das Unternehmen nicht genügend Geld. Musk geht deshalb einen Schritt weiter und bringt ab diesem Sommer stationäre Energiespeichersysteme auf den Markt. Dafür sollen die gleichen Batterien verwendet werden, die auch in den Elektroautos installiert sind.

Batterien zur Stromüberbrückung

Diese Akkus können so klein wie ein Heimkühlschrank oder so groß wie mehrere Frachtcontainer sein. Sie sollen Strom speichern, wenn es davon mehr als genug gibt. Zum Beispiel, wenn ein Windpark gerade viel Energie erzeugt. Haushalte mit Sonnenenergie wären durch diese Energiespeicher unabhängiger. Scheint die Sonne nicht, brauchen sie das Stromnetz nicht anzuzapfen. Auch Stromausfälle können so überbrückt werden

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Produziert werden sollen die Batterien für Auto und Haushalt in einer neuen Tesla-Fabrik in Nevada, wie Musk auf der Veranstaltung ankündigte. Die Produktion soll noch im Laufe des Jahres starten. Die zwei Standbeine Autobatterien und stationäre Akkus für Wohnhäuser und Unternehmen sollen sicherstellen, dass die Kapazitäten der Riesenfabrik immer voll ausgeschöpft sind.

Die Ankündigung kommt nicht überraschend. Musk hatte in der Vergangenheit immer wieder entsprechende Andeutungen gemacht. Analysten der Deutschen Bank schätzen, dass der Markt für Energiespeicher-Systeme dem US-Autobauer Erlöse von bis 4,5 Milliarden Dollar bringen könnte. Berechnungen der Marktforscher von IHS Cera zufolge könnte der Markt für entsprechende Batterie-Systeme bis 2017 auf 19 Milliarden Dollar wachsen.

Die Analysten bei Lux Research sind kritischer. Nach ihrer Prognose decken gerade mal 3 Prozent der Batterien, die die Fabrik produzieren wird, bereits die gesamte globale Nachfrage nach stationären Akkus in diesem Jahr ab. Musk wird also noch beweisen müssen, wie sich die stationären Batterien für die Bilanz des Unternehmens auszahlen können. Es ist wieder eine Wette auf die Zukunft.

"Der Markt wird schnell wachsen"

Einen Kunden hat Tesla bereits: SolarCity. Das Solarunternehmen konzipiert, vertreibt und installiert Solarstromanlagen. Auf Wunsch finanziert, vermietet oder betreibt es die Anlagen auch. Musk ist Chairman bei dem Unternehmen. Tesla hat bereits 300 Akkupacks für Wohnhäuser gebaut, damit Menschen mit Solarkollektoren weniger Strom aus dem Netz nutzen müssen. "Wir glauben, dass dieser Markt sehr schnell wachsen wird", sagte Mateo Jaramillo, Leiter des Projekts stationäre Batterien bei Tesla, in einem Podcast vom Januar. Tesla will nun zeigen, warum die neuen Batteriepackungen besser sind als die derzeit am Markt verfügbaren Alternativen.

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Geplant ist, dass die neuen Batterien von Tesla 30 Prozent billiger werden. So lautet zumindest das Versprechen der neuen Gigafabrik in Nevada. Wie teuer ist allerdings unklar,hierüber können nur Schätzungen angestellt werden. Nach Angaben von SolarCity an die kalifornische Aufsicht liegt der Endkundenpreis für die Installation eines gewöhnlichen Heima-Akkus mit fünf Kilowatt bei etwa 23.429 Dollar. Staatliche Batteriesubventionen in Kalifornien können den Preis um bis zu 40 Prozent drücken, während nationale Steuervorteile den Preis für einige Projekte weiter senken dürften.

Das neue Ziel reiht sich bei Tesla neben vielen anderen ehrgeizigen Plänen ein. Der Elektroautopionier will bis 2020 immerhin 500.000 Autos verkaufen - das wären 1.300 Prozent mehr als 2014. Bis dahin will das Unternehmen erstmals profitabel werden.

Zwischen Steve Jobs und Iron Man

Der Self-Made-Milliardär Musk ist für seine unkonventionellen - viele sagen verrückten - Ideen bekannt. Er wolle nicht nur die Stromversorgung revolutionieren, sondern auch ein bisschen die Welt retten, sagen Beobachter. Passend ruft ein Mann aus dem Publikum am Abend während der Präsentation "Rette uns, Elon!" Elon ist Kult. Er hat etwas von einem Steve Jobs, aber auch etwas von einem fiktiven Action- oder Science-Fiction-Idol wie Iron Man.

Sein Vermögen machte er mit Paypal. Einen großen Teil der 1,5 Milliarden US-Dollar aus dem Verkauf an Ebay soll er weiter investiert haben: In das Raumfahrtunternehmen SpaceX steckte er 100 Millionen Dollar, in Tesla Motors 70 Millionen, in SolarCity 30 Millionen.

Das skurrilste Projekt ist sicherlich SpaceX. Das Raumfahrternehmen hat mittlerweile erfolgreich Satelliten transportiert. Es unternimmt auch Versorgungsflüge zur Raumstation ISS. Das nächste Ziel ist der Mars. Den will Musk als Ersatzheimat für die Erde bewohnbar machen.

Bewundert wird Musk vor allem dafür, dass er es gleichzeitig mit mehreren Gegnern aufnimmt. Er attackiert nicht nur die Autoindustrie, sondern auch Luftfahrt- und Energieunternehmen. Musk ist Milliardär und einer der reichsten US-Amerikaner. Sein Vermögen wird auf rund 12 Milliarden US-Dollar geschätzt.

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Quelle: n-tv.de

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