Wirtschaft
Gut gelaunt, aber hart in der Sache. IWF-Chefin Lagarde macht Athen wenig Hoffnung auf eine schnelle Einigung.
Gut gelaunt, aber hart in der Sache. IWF-Chefin Lagarde macht Athen wenig Hoffnung auf eine schnelle Einigung.(Foto: picture alliance / dpa)

IWF-Chefin sieht "noch viel Arbeit": Ende des Griechendramas weit entfernt

Die griechische Regierung verbreitet jüngst Hoffnung auf eine Einigung mit ihren Gläubigern in Schuldenstreit noch in dieser Woche. IWF-Chefin Lagarde sieht das nicht so. Auch andere G7-Vertreter, die sich in Dresden treffen, sind skeptisch.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sieht die Verhandlungen über weitere Finanzhilfen für das pleitebedrohte Griechenland noch nicht vor dem Abschluss. "Es ist immer noch sehr viel Arbeit, die getan werden muss", sagte Lagarde im ARD-Fernsehen. Sie sehe sich allerdings beruhigt durch Aussagen der griechischen Seite, dass das Land seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen wolle. In den vergangenen Wochen habe es "ganz eindeutig" Bewegung gegeben, "handfeste Ergebnisse" seien aber noch nicht erreicht worden.

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Ein Sprecher der griechischen Regierung bestätigte dagegen, dass nach Athens Einschätzung eine Einigung noch in dieser Woche zu erwarten sei. "Der Optimismus der griechischen Regierung basiert auf aktuellen Fakten", sagte Sprecher Gabriel Sakellaridis. Die Bedingungen seien jetzt reif dafür, einen Deal unter Dach und Fach zu bringen.

Lagarde wies zudem Vorwürfe aus Athen zurück, der IWF würde die Diskussionen verkomplizieren. Ihre Organisation arbeite "ausgeglichen und respektvoll", sagte sie. Die IWF-Chefin nimmt derzeit am Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der G-7 in Dresden teil. Die Griechenlandkrise ist offiziell nicht Thema. Allerdings sind neben Lagarde auch der EZB-Chef Mario Draghi, Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem und EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici in Dresden vor Ort.

Zudem zeigten sich vor Beginn der Beratungen bereits mehrere nicht-europäische G-7-Länder über die anhaltende Griechenlandkrise besorgt. "Alle müssen einen Zahn zulegen" und eine Lösung finden, mahnte US-Finanzminister Jack Lew vor seiner Abreise aus London nach Dresden. Sein kanadischer Kollege Joe Oliver sagte, die immer noch ungelöste Griechenlandkrise verschärfe die Risiken, die auf der immer noch anfälligen Weltwirtschaft lasteten.

Auch Ukraine und Nepal Thema in Dresden

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble warnte vor einer neuen Schuldenspirale mit negativen Auswirkungen für die Weltwirtschaft. "Wir werben für unseren Ansatz: Strukturreformen sind der Erfolgsschlüssel für nachhaltiges Wachstum, Schuldenberge hingegen eine Wachstumsbremse", sagte Schäuble.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise sei weitgehend überwunden, die Weltwirtschaft befinde sich auf einem guten Weg. "Nun geht es darum, wie wir das aktuelle Wachstum verstetigen können, ohne in neue Blasen zu geraten", erklärte Schäuble.

Das G-7-Finanzministertreffen hatte am Mittwochabend mit einer Zeremonie in der Frauenkirche in Dresden begonnen, die während des Zweiten Weltkriegs fast vollständig zerstört worden war und nach der Wiedervereinigung wieder aufgebaut wurde. Offizielle Themen der Beratungen sind Strategien für dauerhaftes Wachstum, eine bessere Zusammenarbeit in der Steuerpolitik und die Regulierung der Finanzmärkte. Am Rande kommen aber auch die Finanzlage in der Ukraine und mögliche Finanzhilfen für das Anfang Mai von einem Erdbeben zerstörte Nepal auf den Tisch.

Zu den G-7-Ländern gehören die USA, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Kanada. Die Finanzminister und Notenbankgouverneure bereiten in Dresden unter dem Vorsitz Deutschlands den G-7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Elmau vor.

Quelle: n-tv.de

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