Wirtschaft
Wind, Sonne und Südeuropa: Eons drei Probleme fressen das Geschäft.
Wind, Sonne und Südeuropa: Eons drei Probleme fressen das Geschäft.(Foto: picture alliance / dpa)

Trübe Aussichten: Eon erwartet neue Rückschläge

Der größte Energieversorger Deutschlands kommt nicht voran: Bei allen wichtigen Kennzahlen muss der Konzern Rückgänge vermelden. Und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Den Aktionären wird schon mal die Dividende zusammengestrichen.

 Deutschlands größtem Energiekonzern Eon bricht der Gewinn weg - und ein Ende ist nicht in Sicht. Der Konzern leidet weiter unter der Energiewende und niedrigeren Preise angesichts der Konjunkturschwäche in Südeuropa. Und auch wenn es im Mittelmeerraum wieder schrittweise aufwärts gehen soll, dürfte sich an Eon-Problemen wenig ändern. Es gebe wenig Anzeichen für eine spürbare Besserung der Lage, sagte Vorstandschef Johannes Teyssen.

Allein im vergangenen Jahr halbierte sich der nachhaltige Gewinn. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit weiteren Einbußen. Eon selbst rechnet mit einem weiteren Gewinneinbruch um bis zu ein Drittel. Wegen der Energiewende sind die Kraftwerke schlecht ausgerüstet - zudem muss der Strom zu niedrigen Großhandelspreisen abgegeben werden, weil das Angebot an elektrischer Energie wegen der mancherorts mauen Konjunktur den bedarf übersteigt.

Ebitda sinkt - aber nicht so schlimm wie erwartet

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Für das vergangene Jahr meldet Eon dann auch ein um 14 Prozent auf 9,315 Milliarden Euro gesunkenes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Analysten hatten indes im Durchschnitt mit einem noch geringeren Ebitda von 9,172 Milliarden Euro gerechnet. Für das laufende Jahr peilt Teyssen hier 8,0 Milliarden bis 8,6 Milliarden Euro an.

Mit seinen konventionellen Kraftwerken verdiente Eon gemessen am bereinigten Ebitda im vergangenen Jahr nur noch rund 1,88 Milliarden Euro - und damit 21 Prozent weniger als im Vorjahr. In dem Konzernteil wirkte sich auch das Ende der freien Zuteilung von CO2-Zertifikaten negativ aus. Positiv entwickelte sich dagegen das Geschäft mit der Öl- und Gasförderung. Das bereinigtes Ebitda der Sparte verdoppelte sich etwa wegen der Inbetriebnahme neuer Ölfelder auf 1,07 Milliarden Euro.

Gewinn weiter auf dem Rückzug

Allerdings verkaufte Eon auch Unternehmensteile, was zu weiteren operativen Gewinnrückgängen führte. Zudem zeigte ein Sondereinfluss Wirkung: Im Ergebnis des Vergleichsjahres 2012 war eine einmalige Rückzahlung des Gaslieferanten Gazprom in Höhe von rund einer Milliarde Euro enthalten.

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Der nachhaltige Konzernüberschuss - an dem der Versorger die Gewinnausschüttung bemisst- sackte sogar um 46 Prozent auf 2,24 Milliarden Euro ab. Die Dividende halbierte Eon nahezu auf 60 Cent je Aktie von 1,10 Euro zurück. Die Schwierigkeiten des Unternehmens schlugen sich jedoch in der Entwicklung des Nettogewinns - also des Ergebnisses nach Sondereffekten, Steuern und Dritten - deutlich weniger nieder: Unter dem Strich verdiente Eon im vergangenen Jahr mit 2,14 Milliarden knapp 500 Millionen Euro weniger.

Und das ist noch nicht das Ende: Für das angefangene Geschäftsjahr sagte Eon ein nachhaltiges Konzernergebnis zwischen 1,5 Milliarden und 1,9 Milliarden Euro voraus.

Konkurrent RWE hatte indes in der vergangenen Woche nach hohen Abschreibungen auf Kohle- und Gaskraftwerke einen Verlust von fast drei Milliarden Euro vorgelegt. Eon ging den Konzernumbau jedoch bereits 2011 an und wies wegen hoher Abschreibungen damals einen Verlust von gut zwei Milliarden Euro aus.

Kraftwerksstilllegungen und Einsparungen

Eon reagiert auf die anhaltenden Schwierigkeiten unter anderem mit Kraftwerksstilllegungen. Der Versorger kündigte nun an, die eigene Stromerzeugungskapazität von jüngst rund 61 Gigawatt um etwa 13 Gigawatt zu verringern. Frühere Pläne hatten Kraftwerksstilllegungen im Umfang von lediglich 11 Gigawatt vorgesehen.

Mit Einsparungen will der Konzern auch die eigene Verschuldung senken. Im vergangenen Jahr schrumpfte die Nettoverschuldung um rund 3,8 Milliarden Euro auf etwa 32,0 Milliarden Euro. Angesichts des Gewinneinbruchs verschlechterte sich gleichwohl der Verschuldungsfaktor.

Anleger atmeten dennoch auf. "Die Zahlen sind nicht bahnbrechend, aber immerhin schafft Eon es, sich in einem schwierigen Marktumfeld zu behaupten. Einige Anleger hatten sicherlich mit weitaus schlechteren Zahlen gerechnet", sagte ein Händler. "Nach RWE waren die Erwartungen bei einigen Marktteilnehmern zu tief gesteckt", sagte ein anderer Händler. Der eine oder andere Marktteilnehmer habe sogar mit einer weiteren Gewinnwarnung gerechnet. Im frühen Handel steht das Papier an der Spitze der wenigen Gewinner - mit einem Plus von ein Prozent.

Quelle: n-tv.de

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