Wirtschaft
Die Eon-Mitarbeiter rüsten sich für den Arbeitskampf.
Die Eon-Mitarbeiter rüsten sich für den Arbeitskampf.(Foto: dpa)

Tariffronten verhärtet: Eon stehen Streiks ins Haus

Zum Monatswechsel könnten die Eon-Mitarbeiter in den Ausstand treten. Die Gewerkschaft reagiert auf gescheiterte Tarifgespräche. Die Arbeitnehmer wollen aber im Winter keine Blackouts herbeiführen.

Beim Energiekonzern Eon drohen unbefristete Streiks. Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen für die rund 30.000 Beschäftigten in Deutschland solle binnen 14 Tagen eine Urabstimmung eingeleitet werden, sagte ein Verdi-Sprecher. Voraussichtlich zum Monatswechsel könnten dann die Arbeitnehmer in den Ausstand treten. Die Gewerkschaft gehe von einem entsprechenden Votum der Belegschaft aus.

Die Arbeitnehmer wollten offen ankündigen, wo sie streiken würden, sagte der Sprecher weiter. Sie wollten schließlich mitten in der kalten Jahreszeit "keine provozierten Blackouts" bei der Stromversorgung. Nicht die Bevölkerung solle mit einem Arbeitskampf getroffen werden - "sondern das Unternehmen finanziell". Eon rief die Arbeitnehmer auf, die Versorgungssicherheit nicht zum Gegenstand innerbetrieblicher Auseinandersetzungen zu machen.

Das Dax-Unternehmen hatte in den Verhandlungen zuletzt eine Lohnerhöhung von 1,7 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten angeboten. Verdi und die Gewerkschaft IG BCE fordern jedoch 6,5 Prozent mehr Lohn. Der Versorger hatte erklärt, die Forderungen der Gewerkschaften nach 6,5 Prozent mehr gingen "sehr deutlich über das für das Unternehmen vertretbare Maß hinaus". Die Gehälter bei Eon lägen ohnehin bereits auf einem "guten Niveau".

Teyssen baut Konzern um

Der Versorger kämpft mit den Folgen der Atomwende und sinkenden Margen im Stromgeschäft. Zudem drücken Eon nach einer Einkaufstour in zurückliegenden Jahren Schulden von über 35 Milliarden Euro. Vorstandschef Johannes Teyssen will bis zu 11.000 Stellen streichen, mehr als die Hälfte davon in Deutschland, und stößt Beteiligungen im In- und Ausland ab.

Stattdessen will er das Wachstum des Konzerns mit Investitionen in neuen Märkten außerhalb Europas vorantreiben. Der Konzern beschäftigt weltweit rund 73.000 Mitarbeiter.

Quelle: n-tv.de

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