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"Müssen unsere Schlüsse ziehen": Eon streckt die Hand nach der Dividende

Die Hiobsbotschaft erreicht RWE-Aktionäre zur Wochenmitte: Der Versorger streicht die Dividende. Der Aktienkurs bricht ein. Konkurrent Eon geht die Sache etwas vorsichtiger an. An die Ausschüttung will der Konzern erst kommendes Jahr.

Der Energieversorger Eon bereitet seine Aktionäre auf niedrigere Dividenden in den kommenden Jahren vor. "Wir sehen nennenswerte wirtschaftliche Eintrübungen, die nicht ohne Folgen bleiben werden", sagte Finanzchef Michael Sen. Die Strompreise im Großhandel seien so niedrig wie nie zuvor, zudem sei die Debatte um die Finanzierung des Kernenergie-Ausstiegs noch nicht ausgestanden. "Daraus müssen wir unsere Schlüsse ziehen und sorgfältig prüfen, was die Folgen für die Innenfinanzierungskraft, den Investitionshaushalt und die Ausschüttungspolitik sind", sagte Sen. Der Konzern bestätigte in einer E-Mail Aussagen von Sen, die er zuvor gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg gemacht hatte.

Für voriges Jahr könnten sich die Aktionäre des Versorgers trotz der verschlechterten Rahmenbedingungen auf die versprochene Ausschüttung verlassen. "Wir werden für 2015 eine Dividende von 50 Cent zahlen", bekräftigte Sen. Dagegen will Konkurrent RWE den Haltern von Stammaktien für 2015 keine Dividende zahlen. Die überraschende Ankündigung hatte den RWE-Aktien am Mittwoch den größten Tagesverlust seit mehr als 18 Jahren eingebrockt.

Eon will sich zum Jahreswechsel aufspalten. Die Kohle- und Gaskraftwerke des Konzerns sowie der Energiehandel sollen in die neue Gesellschaft Uniper mit knapp 14.000 Mitarbeitern übergehen. Bei Eon bleiben das Ökostromgeschäft, die Strom- und Gasnetze, Energiedienstleitungen und - entgegen ursprünglichen Plänen - auch die Atomkraftwerke mit insgesamt 43.000 Beschäftigten. Die Meiler sollen in der neuen Tochter PreussenElektra gebündelt werden. "Die Entwicklung der Großhandelspreise trifft in den kommenden Jahren vor allem Uniper, aber auch die neue Eon kommt nicht ungeschoren davon", sagte Sen.

Quelle: n-tv.de

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